23.01.13

Streit um Suhrkamp Miteigentümer Barlach ebenfalls zu Kompromiss bereit

Suhrkamp Villa

Foto: pa/dpa

Suhrkamp Villa

Nachdem Ulla Unseld-Berkéwicz Gesprächsbereitschaft signalisiert hat, zeigte sich der Medienunternehmer ebenfalls interessiert.

Berlin. Im Streit um den Suhrkamp Verlag ist der Miteigentümer Hans Barlach genauso wie die Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz zu einem Kompromiss bereit. Barlach sagte am Mittwoch in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa, er sei unter gewissen Voraussetzungen ebenfalls für eine Aussetzung des Gerichtsverfahrens. "Wenn die beiden Mediatoren zu dem Ergebnis kommen, dass Gespräche Sinn machen, wäre ich auch für diesen Weg."

Unseld-Berkéwicz, die 61 Prozent am Verlag hält, hatte in einem Interview mit der "Zeit" ihre Bereitschaft bekundet, die juristischen Verfahren vorerst auf Eis zu legen. Sie sagte der Wochenzeitung: "An einem Kompromiss muss gemeinsam gearbeitet werden, und deshalb haben die Gesellschafter nun auch gemeinsam vermittelnde Gespräche ins Auge gefasst." Statt weiter vor Gericht zu streiten, schlug sie vor, anstehende Gerichtsverfahren "vorerst auszusetzen, um diesen Gesprächen den nötigen Raum zu geben." Barlach, mit 39 Prozent Minderheitsgesellschafter, wertete dies als ein "Signal der Gesprächsbereitschaft", das man nun ausloten müsse. "Die Entwicklung des Verlags liegt uns beiden am Herzen. Es ist ja nicht ein Streit um des Streits willen", sagte er.

Seinen Angaben zufolge prüfen derzeit zwei Mediatoren die Möglichkeiten zu einer einvernehmlichen Lösung. "Das sind beides Personen, die wir sehr respektieren", sagte der Hamburger Medienunternehmer. Den ursprünglich von Suhrkamp als Vermittler vorgeschlagenen früheren Kulturstaatsminister Michael Naumann hatte Barlach abgelehnt, weil er ihn für befangen hielt. Die beiden neuen Ansprechpartner seien von beiden Seiten ausgewählt worden. Namen wollte er nicht nennen.

Das Landgericht Berlin hat im Dezember im Rechtsstreit zwischen den Gesellschaftern beschlossen, dass Unseld-Berkéwicz von der Verlagsgeschäftsführung abberufen werden muss. Hintergrund war eine Klage Barlachs, wonach die Geschäftsführung Räume im Haus der Verlegerin Unseld-Berkéwicz für Events angemietet, damit Privates und Geschäftliches vermischt und dem Verlag geschadet habe.

Hintergrund ist ein seit Jahren schwelender Streit zwischen der Witwe des früheren Verlegers Siegfried Unseld, die 61 Prozent der Anteile des Verlags hält, und dem Hamburger Unternehmer Barlach, dessen Medienholding Winterthur mit 39 Prozent Minderheitsgesellschafter des Verlags ist. Dieser hatte beim Landgericht Frankfurt die Auflösung der Gesellschaft beantragt. Darüber soll am 13. Februar entschieden werden.