16.01.13

Schleichwerbung

Bei "Wetten, dass..?" wird wieder ein Auto verlost

Intendant Bellut weist den Vorwurf der Schleichwerbung zurück. Aber es sei nach Gottschalks Abschied einfacher, "die Regeln einzuhalten".

Foto: dpa
Schleichwerbung? Doch nicht beim ZDF!
Schleichwerbung? Doch nicht beim ZDF! Vermutlich wusste Thomas Gottschalk gar nicht, wo diese ganzen Autos und die Gummibärchen überhaupt herkamen

Berlin/Mainz. Ungeachtet aller Schleichwerbungsvorwürfe wird bei der nächsten "Wetten, dass..?"-Ausgabe an diesem Sonnabend in Offenburg wieder ein Auto der Marke Audi verlost. Das bestätigte eine ZDF-Sprecherin. Zu Beginn dieser Woche hatte das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" dem Sender vorgeworfen, jahrelang nicht erlaubte Produktplatzierung in Europas erfolgreichster TV-Show betrieben zu haben und damit ein offenes Geheimnis zum Medienthema gemacht.

Im Zentrum der Kritik steht die Firma Dolce Media mit Geschäftsführer Christoph Gottschalk, dem Bruder von Ex-"Wetten, dass..?" Thomas Gottschalk. Sein Unternehmen, an dem die ZDF-Tochter ZDF-Enterprises bis vor einigen Jahren beteiligt war, hatte der Show Partner aus der Industrie beschafft. Diese halfen dabei, den finanziellen Aufwand der kostspieligen Show für das ZDF geringer zu halten. Nach Darstellung des "Spiegel" soll für die Produktplatzierung zusätzliches Geld an Dolce Media geflossen sein.

"Das ZDF hat in den vergangenen Jahren keine Schleichwerbung betrieben", sagte ZDF-Intendant Thomas Bellut der am Donnerstag erscheinenden Wochenzeitung "Die Zeit". Bellut war selbst zuvor viele Jahre Programmdirektor. Bellut meinte allerdings auch, es sei nach dem Abschied Thomas Gottschalks einfacher, "die Regeln einzuhalten". Gottschalk hatte "Wetten, dass..?" von 1987 bis 2011 fast lückenlos moderiert.

"Der Spiegel" nannte Daten aus einem Vertrag, den Dolce Media mit Daimler abschlossen hatte und in dem gestanden haben soll, wie die Autos am besten in Szene gesetzt werden sollten. "Das ZDF kennt nur einen Entwurf dieses alten Vertrags. Darin stand davon nichts", rechtfertigte sich Bellut. In den Entwürfen habe es keine Absprachen gegeben, die irgendeine Relevanz auf dem Bildschirm gehabt hätten. "Sollten ohne unser Wissen Vereinbarungen über die Platzierung von Produkten gemacht worden sein, wäre das rechtlich unzulässig."

Schon vor einigen Jahren musste das ZDF wiederholt den Vorwürfen der Schleichwerbung und der nicht gestatteten Produktplatzierung entgegentreten. Dafür schuf der Sender 2004 eine Clearingstelle und entwickelte einen Kodex mit Richtlinien für Werbung, Sponsoring, Gewinnspiele und Produktionshilfe.

Laut "Zeit" hält Bellut an Gewinnspielen, Werbung und Sponsoring im öffentlich-rechtlichen Fernsehen fest und sieht auch in der Reform des Rundfunkbeitrags keinen Anlass, sie abzuschaffen. "Würden sie gestrichen, müssten die Beiträge erhöht werden." Die Diskussion solle aber weitergeführt werden.

Moderator Thomas Gottschalk hatte sich bereits am Montag von der Berichterstattung rund um Schleichwerbung distanziert. "Thomas Gottschalk war weder Vertragspartner der im aktuellen "Spiegel" erwähnten Verträge, noch war er an den Verhandlungen oder Abschlüssen beteiligt", ließ der 62-Jährige über seinen Anwalt verbreiten. "Ihm persönlich ist daher in diesem Zusammenhang auch keinerlei Fehlverhalten vorzuwerfen, so dass es auch keinen Grund gibt, sich konkret hierzu zu äußern."

Gottschalks Bruder konnte sich nach Darstellung seiner Firma wegen eines Auslandsaufenthalts zunächst noch nicht äußern. Es sei aber richtig, dass Dolce Media für Unternehmen wie "Daimler, Solarworld und Audi Leistungen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit teils erbracht hat, teils weiterhin erbringt." Dolce Media habe zu keinem Zeitpunkt Rechtsvorschriften verletzt. Die Firma habe dem Sender zu keinem Zeitpunkt Vorgaben gemacht, die die redaktionelle Freiheit des ZDF berührten.

Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Alles über Ihre Straße

Top Video Alle Videos
1932 führte Kurt Landauer (Josef Bierbichler) den FC Bayern München zur Meisterschaft, im darauffolgenden Jahr sperrten ihn die Nazis ins KZ Dachau  Foto:BR/Willi WeberBrightcove Videos

Er war der Mann, der den Grundstein für den Erfolg legte. Landauer führte den Verein 1932 zu seiner ersten deutschen Meisterschaft und er wurde der erste Vereinspräsident nach dem Zweiten Weltkrieg.mehr »

Top Bildergalerien mehr
2. Bundesliga

Rückschlag für St. Pauli

Unfall

Schiff fährt gegen Elbbrücke

Hamburg-Nord

Vergewaltigungs-Verdacht im Hamburger Stadtpark

Bundesliga

HSV erkämpft sich Punkt gegen Hoffenheim

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr