05.11.12

TV-Tipp

In den Westen geflohen, statt ins Weltall zu fliegen

Der ZDF-Zweiteiler "Deckname Luna" mit Anna Maria Mühe ist ein spannender Thriller in einem historisch genau recherchierten Rahmen.

Foto: DAPD
Anna Maria Mühe wird als Lotte in "Deckname Luna" ungewollt zum Stasi-Spitzel, ihr Bruder Kurt (Ludwig Trepte) wird inhaftiert
Anna Maria Mühe wird als Lotte in "Deckname Luna" ungewollt zum Stasi-Spitzel, ihr Bruder Kurt (Ludwig Trepte) wird inhaftiert

Hamburg. "Bereit sein, bis an die Grenze zu gehen." Diesen Satz des russischen Kosmonauten Jurij Gagarin hat Lotte Reinhardt zu ihrem Credo gemacht. Die junge Frau, die als Schlosserin in einem Betrieb in der DDR arbeitet, möchte die erste Frau im All werden und unternimmt alles, um ihr Ziel zu erreichen. Doch dann lassen die DDR-Oberen 1961 die Mauer bauen. Lotte (Anna Maria Mühe), ihr Bruder und andere junge Leute protestieren gegen die zunehmende Bevormundung durch den Staat und geraten in Konflikt mit ihm. Lottes Bruder Kurt (Ludwig Trepte) wird inhaftiert, sie flieht über die Ostsee, wird später von der Stasi erpresst und soll im Westen geheime Forschungsergebnisse in der Firma ausspionieren, in der ihr Großvater Arthur Noswitz (Götz George) eine leitende Funktion als Wissenschaftler innehat.

"Deckname Luna" ist der Titel eines zweiteiligen Thrillers, der die zwischen West und Ost aufgeheizte Atmosphäre in den 60er-Jahren einfängt. Er erzählt eine Geschichte, in der es um die Teilung Deutschlands und auch um die Eroberung des Weltraums geht, um den Wettlauf zwischen russischen und amerikanischen Forschern und ihren deutschen Zulieferern auf beiden Seiten. Es ist eine Geschichte um Spionage und Verrat, um das Nachdenken über das Gleichgewicht der Kräfte und darüber, welche politische Seite die richtige ist. Wobei diese Fragen für die handelnden Personen alles andere als einfach zu beantworten sind. Besonders deutlich ist der Konflikt bei Lotte, die zwischen dem Verrat an ihrem geliebten Großvater und der Sorge um den inhaftierten Bruder fast zerrissen wird.

Ute Wieland hat das fiktive Drama in einem historisch genau recherchierten Rahmen nach einem Buch von Monika Peetz und Christian Jeltsch inszeniert. Ihr stand dafür eine Reihe erstklassiger Schauspieler zur Verfügung, die aus "Deckname Luna" einen spannenden Thriller machen. Anna Maria Mühe spielt die Lotte als eine unangepasste Kämpferin, die jedoch feststellen muss, dass ihrem Idealismus Grenzen gesetzt werden. Götz George umgibt den Raketenforscher Noswitz mit einer Aura von Weisheit und Abgeklärtheit. Eine der interessantesten Figuren wird von Heino Ferch verkörpert. Als Stasi-Offizier Moll ist er einerseits knallharter Agent, zeigt andererseits aber auch sympathische Seiten. Er lebt in diesem Kalten Krieg zwischen den Welten und bewahrt sich Freiräume. Auch Moll geht bis an die Grenzen und wird so zur schillerndsten Figur in diesem packenden Film.

"Deckname Luna" heute und Do, 8.11., jeweils 20.15, ZDF

(oeh)
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