Schüler machen Zeitung
Patenschaften

"Ich will für Flüchtlinge in unserer Schule da sein"

Damit Flüchtlinge es ein bisschen leichter haben, sich zurechtzufinden, gibt es auch an der Irena-Sendler-Schule  Schülerpaten

Foto: Marijan Murat / dpa

Damit Flüchtlinge es ein bisschen leichter haben, sich zurechtzufinden, gibt es auch an der Irena-Sendler-Schule Schülerpaten

An vielen Hamburger Schulen gibt es Flüchtlingspaten, jetzt auch an der Irena-Sendler-Schule. Ein Zehnklässler berichtet.

Hamburg.  "Mich macht es glücklich, Flüchtlingen eine Freude machen zu können oder ihnen einfach ein bisschen helfen zu können". Das sagt eine Flüchtlingspatin an unserer Schule. Wir haben jetzt an der Irena-Sendler-Schule in Wellingsbüttel eine Basisklasse für Flüchtlinge. Basisklassen sind Vorbereitungsklassen für Flüchtlingskinder und -jugendliche. Sie werden darin auf den Unterricht in Deutschland vorbereitet. Sie lernen zum Beispiel Deutsch, und sie werden mit der Schule hier in Deutschland vertraut gemacht. Das gilt allerdings nur für die Schüler an den weiterführenden Schulen. Die Flüchtlingskinder, die in die erste Klasse gehen, werden gleich mit den deutschen Kindern eingeschult. Für sie gibt es keine Basisklassen, da sie das, was sie sonst in der Basisklasse lernen, auch so in der ersten Klasse lernen.

Flüchtlingskinder sprechen nur wenig Deutsch

Die Stadt Hamburg hat es sich zum Ziel gesetzt, an allen Schulen in Hamburg Basisklassen für Flüchtlinge einzurichten. Es gibt aber immer noch Schulen, die bislang noch keine Basisklassen eingerichtet haben. Allerdings gibt es dafür Gründe, wie zum Beispiel der Mangel von Lehrkräften oder zu wenig Platz.

Jetzt aber wieder zurück zu unserer Schule. Die Flüchtlinge, die bei uns in die Basisklassen gehen, sprechen meist kein oder nur ganz wenig Deutsch. Außerdem sind sie mit dem Schulalltag und der gesamten Kultur in Deutschland nicht vertraut. Damit sie den Schulalltag bei uns schon eine bisschen kennenlernen können, werden einzelne Flüchtlinge zeitweise in den normalen Unterricht gesetzt.

Die Arbeit als Pate ist freiwillig

Damit sie es ein bisschen leichter haben, sich zurechtzufinden oder auch einfach jemanden zum Reden zu haben, gibt es bei uns Schülerpaten. Unsere Schule hat sich dabei ein Beispiel an anderen Hamburger Schulen genommen, an denen es schon länger Basisklassen und auch Patentschaften für Flüchtlinge gibt. "Es ist ein schönes Gefühl, wenn man durch die Arbeit als Pate den Flüchtlingen so viel helfen kann. Man sieht richtig die Freude in ihren Augen. So etwas macht mich einfach glücklich", sagte uns eine Schülerin vom Gymnasium Osterbek. Dort gibt es schon eine Weile Basisklassen. Da die Arbeit als Pate freiwillig ist, machen das nur Schülerinnen und Schüler, die das wirklich wollen und die voll motiviert sind.

Paten müssen voll bei der Sache sein

Aber wie wird man eigentlich Pate und muss man bestimmte Fähigkeiten mitbringen? Das sind Fragen, die sich viele Schülerinnen und Schüler stellen. Die Antwort ist ganz einfach: Du musst weder Arabisch oder andere Fremdsprachen sprechen, lesen oder schreiben können. Du solltest dich allerdings für die Arbeit mit Menschen interessieren und, wenn du dich dafür entscheidest, auch voll dabei sein. Es ist wichtig zu wissen, dass man als Pate auch ein wichtiger Ansprechpartner für die Flüchtlinge ist, da sie sehr viel Vertrauen zu den Paten haben und dir auch viele Dinge aus ihrem Leben erzählen.

Bei uns an der Schule ist das Patenprojekt noch nicht voll im Gange, da es sich noch in der Findungs- und Organisationsphase befindet. Es haben sich aber schon zahlreiche Schüler aus den verschiedenen Klassen gefunden, die gerne als Paten für die Flüchtlinge da sein möchten.

Ich freue mich, bald endlich als Pate für die Flüchtlinge da sein zu können.

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