Geflüchtete verarbeiten ihre Erfahrungen mit einer Kunstausstellung

Geflüchtete verarbeiten ihre Erfahrungen mit einer Kunstausstellung

Das Projekt Kunstasyl, das in den kommenden Monaten in Berlin ausgestellt wird, wurde von dieser Dame ins Leben gerufen: Barbara Caveng. Sie weiß, wie Flüchtlinge in einem Wohnheim in Berlin-Spandau leben, denn die Künstlerin hat das hautnah miterlebt. Die Initiatorin beschreibt, die Überlegungen hinter dieser Aktion: "Und in diesem Falle war es ja die Frage, die uns ja, wie gesagt, seit zwei Jahren massiv beschäftigt, nämlich die Frage, wie schaffen wir es als Gesellschaft, den Veränderungen, die eben durch Zuwanderung, durch Flucht passieren, wie schaffen wir es als Gesellschaft damit umzugehen, beziehungsweise diese Menschen, die von so unterschiedlichen Punkten auf der Welt kommen, mit so unterschiedlichen Hintergründen, wie schaffen wir das zusammen wieder, eine neue Gesellschaft zu bilden." In einem werkstattartigen Prozess haben die Geflüchteten aus Afghanistan, Syrien, Griechenland, Mazedonien, Serbien und anderen Orten ihre Erlebnisse und Erfahrungen verarbeitet. Elisabeth Tietmeyer, Direktorin des Museums Europäischer Kulturen mit Details: "Und sieben Biografien sind hier zu sehen mit Texten und mit einigen Objekten mit Fotografien auch. Und das ist uns sehr, sehr wichtig, denn es ist doch klar, der Mensch war doch mehr unterwegs als sesshaft, und das ist das Normale, das wollen wir zeigen." Die Ausstellung trägt den Titel "daHEIM: Einsichten in flüchtige Leben". Genutzt werden die Räume des Museums Europäischer Kulturen. In blassen Farben schrieben und zeichneten unter anderem die Künstler ihre Fluchtwege und Erfahrungen an die Wände. Erst auf den zweiten Blick erschließen sich die Grausamkeiten der Flucht. Schuhe, die die Irakerin Ina Sado auf ihrem Weg durch Ungarn gekauft hat, hinterlassen blutige Spuren auf der Wand. Die 23-Jährige erklärt die Bedeutung der Schuhe: "Mit ihnen bin ich aus Ungarn hergelaufen. Ich bin nicht die einzige Person, die ihre Familie verließ und alles Bekannte zurückgelassen hat und versucht hat, in Sicherheit zu kommen. Sie wollte ich ausstellen, denn sie bedeuten mir sehr viel, weil man ansonsten nichts mehr hat, wenn man an der Grenze geschnappt wird und gezwungen wird, zurückzugehen. Man will einfach nur über die Grenze kommen und deshalb bedeuten sie mir so viel." In einem sogenannten Garten der Träume haben die Geflüchteten ihre Hoffnungen und Wünsche eingegraben. Ein Ort zum Verweilen, zum Zurückkehren und hoffentlich ein Ort der erfüllten Wünsche - irgendwann, in einer Zukunft, die Besseres bereithält für die Menschen, die Schlimmes erlebt haben auf ihrem Weg bis hin zu dem Flüchtlingswohnheim in Spandau. Die Ausstellung ist für rund ein Jahr bis zum 2. Juli 2017 zu besichtigen.
Do, 21.07.2016, 20.20 Uhr

Geflüchtete verarbeiten ihre Erfahrungen mit einer Kunstausstellung

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