01.11.12

Interview mit Daniel Craig

"Fleming hat mit Bond einen Geniestreich gelandet"

Mit dem Abendblatt sprach Daniel Craig über seine Agenten-Zukunft, seinen Einfluss auf die Bond-Filme und die Langlebigkeit von 007.

Von Volker Behrens
Foto: dapd/DAPD
Daniel Craig glaubt nicht, dass er ein Stück Bond in sich haben möchte
Daniel Craig glaubt nicht, dass er ein Stück Bond in sich haben möchte

Zum dritten Mal verkörpert Daniel Craig im 50. Jahr seit der erste James-Bond-Film in die Kinos kam den Meisterspion und ist damit Nachfolger von Sean Connery, George Lazenby, Roger Moore, Timothy Dalton und Pierce Brosnan. Vor der Deutschland-Premiere kam der 44 Jahre alte Schauspieler, der mit seiner Kollegin Rachel Weisz verheiratet ist, ungewohnt aufgeräumt, lässig elegant im körperbetonten Pullover, mit Hemd und Krawatte zum Gespräch.

Hamburger Abendblatt: Mr. Craig, wie viel Bond steckt in Ihnen?

Daniel Craig: Überhaupt nichts. Das ist nur ein Schauspielerauftritt. Ich glaube auch nicht, dass ich etwas von Bond in mir haben möchte. Wäre natürlich schön, wenn man in solchen Situationen ein Held wäre. Aber ich möchte lieber gar nicht erst in solche Situationen kommen. Es ist nur ein Job.

Wie haben Sie es mit Ihrer Höhenangst geschafft, diese Szenen zu drehen?

Craig: Ich habe sie nicht mehr. In "Casino Royale" fand ich mich in einer Situation wieder, in der ich vorher noch nie gewesen war. Ich musste wenige Meter auf einem schmalen Grat entlang gehen. Links und rechts davon ging es etwa 70 Meter in die Tiefe. Aber ich wusste auch, dass ich gesichert war. Wenn ich gefallen wäre, hätte es zwar weh getan, aber es wäre nur etwas über einen Meter gewesen und nicht 70. Seitdem geht es besser.

Sie werden definitiv noch zwei weitere Bond-Filme drehen?

Die Themenseite zum neuen Bond

Craig: Ob ich es definitiv machen werde, weiß ich nicht. Aber ich würde gern noch einen drehen und habe einen Vertrag für die nächsten zwei. Aber wenn der nächste in die Hose geht, wird mir vielleicht die Tür vor der Nase zugeschlagen und ein jüngerer und hübscherer wird meinen Platz einnehmen.

Apropos Vertrag: Gibt es in Ihrem einen Passus, der Ihnen erlaubt, den Regisseur vorzuschlagen?

Craig: Nein, den Passus habe ich nicht. Trotzdem habe ich Sam gefragt. Hätte ich nicht machen sollen, das ist ja nicht meine Aufgabe, sondern die der Produzenten. Hat aber zum Glück trotzdem geklappt.

Wie ist denn seitdem Ihr Verhältnis zu Produzentin Barbara Broccoli?

Craig: Angespannt. Nein, es ist immer sehr gut gewesen. Sie wollte ja, dass ich diese Rolle spiele. Sie können sich also bei ihr beschweren.

Wie stark ist Ihr Einfluss jenseits Ihrer Rolle?

Craig: Weiß ich nicht, aber ich halte nicht den Mund. Ich habe mit dem Drehbuch und dem Casting etwas zu tun. Ich treffe natürlich nicht die Entscheidungen, aber man fragt mich, und dafür bin ich dankbar.

Haben Sie noch Ihre Bond-Muskeln?

Craig: So nicht mehr, obwohl ich versuche fit zu bleiben. Während wir gedreht haben, habe ich jeden Tag trainiert, aber so möchte ich mein Leben nicht verbringen.

Warum muss dieser Bond überhaupt so muskulös sein? Seine Vorgänger waren es doch auch nicht.

Craig: Weiß ich auch nicht. Aber ich habe diesen Weg nun mal eingeschlagen, und jetzt ist es zu spät. Bonds Hintergrund in "Casino Royale" war ja, dass er direkt von der Front kam, bevor er mit dem Spionieren begann.

Wird die Rolle nicht langweilig? Was macht den Reiz für Sie aus?

Craig: Filme dieser Größe werden nicht oft gemacht. Wir haben nicht nur einen tollen Cast, sondern auch eine tolle Crew. Das waren alles Top-Leute. Damit kann ich mich doch nicht langweilen.

Wie erklären Sie sich das lange Leinwandleben von Bond?

Craig: Ian Fleming hat mit diesem Charakter einen Geniestreich gelandet. Damit hat er die Fantasie der Leute in den frühen 60er-Jahren angesprochen. Und es liegt natürlich an der Broccoli-Familie, die daran festgehalten hat und ihn gehütet hat wie Kronjuwelen. Sie haben Filme gedreht, die zählen. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich als Kind mit meiner Familie ins Kino gegangen bin, um einen Bond-Film zu sehen. Es war ein Event, und das ist es geblieben. Die Broccolis haben nie vergessen, dass sie diese Filme in erster Linie für das Publikum machen, und das haben sie sehr gut hinbekommen.

Es gibt eine Szene mit dem von Javier Bardem gespielten Silva, die beinahe homoerotische Anklänge hat.

Craig: Beinahe. Bei Bond geht es um Macht und Sexualität, Und da kommt dieser Kerl, der Bond überwältigen will. Und Bond spielt Karten. Das ist doch lustig. Ich glaube nicht, dass Silva homosexuell ist. Er würde es mit jedem treiben.

Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Alles über Ihre Straße

Top Video Alle Videos
Bildschirmfoto 2014-10-13 um 13.27.01.pngBrightcove Videos

An seinem fiktiven 20.000. Tag auf Erden begleitet die Kamera Nick Cave vom morgendlichen Wecker klingeln bis zum Strandspaziergang in der Nacht. Realität und Fiktion wechseln in sich dabei ab.mehr »

Top Bildergalerien mehr
Hamburg

BallinStadt: Hamburg im Ersten Weltkrieg

Containerschiffe

Hafen: Nebel legt Containerbetrieb lahm

Schleswig-Holstein

Zug überrollt Auto in Bad Oldesloe

Christian Irrgang

Bildband: Den Präsidenten so nah!

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr