Reeperbahn Mieter reißen sich um das neue Klubhaus St. Pauli

Foto: akyol kamps : bbp / moka studio

Bauherr Corny Littmann hat den Grundstein für das neue Musik- und Theatercenter am Spielbudenplatz gelegt. Bis 2015 sollen auf 5000 Quadratmetern mehrere Musikclubs, Kneipen und ein Theater entstehen.

Hamburg. Auf der Reeperbahn soll ein neuer Heimathafen für Livemusik, Nachtleben und Entertainment entstehen: das Klubhaus St. Pauli. Zwischen Schmidt Theater und Docks wird der Neubau, dessen Eröffnung für Herbst 2015 geplant ist, errichtet. Die Bauherren, darunter Corny Littmann und Norbert Aust – beide Betreiber des Schmidt Theaters und Schmidts Tivoli – legten am Freitag im Beisein von Mitte-Bezirkschef Andy Grote den Grundstein für das Projekt.

Das Klubhaus St. Pauli soll unter anderem mehrere Musikclubs, Tonstudios, Kneipen und das Theater Schmidtchen als dritte Bühne der Schmidt-Familie beherbergen – hinter einer außergewöhnlichen Medienfassade, die großflächige Licht- und Videoinstallationen möglich machen werde, wie die Betreiber ankündigten. "Viele Flächen des Hauses sind bereits vermietet", hieß es über das sechsstöckige Gebäude mit 5000 Quadratmetern Fläche.

Zwar steht bereits ein nicht zu verachtender Teil des neuen Gebäudes direkt neben dem Schmidt Theater am Spielbudenplatz 21/22, jedoch fand die Grundsteinlegung erst am Freitag statt, da der Bautrupp aufgrund des milden Winters bereits tatkräftig vorangekommen war. Wenn es in diesem Tempo weitergeht, soll noch in diesem Jahr Richtfest gefeiert werden.

+++ Das Klubhaus im St.-Pauli-Blog +++

Weitere Clou des Gebäudes: An der Fassade werden in einem weltweit einzigartigen Konzept LED-Lichter installiert, die den Spielbudenplatz in neuem Glanz erstrahlen lassen.

"Das Klubhaus St. Pauli wird die Musikstadt Hamburg um eine weitere Facette bereichern", betonte Hamburgs Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos) in einer Mitteilung. "Kaum ein Ort ist für eine neue Heimat der Musik so geeignet, wie die viel besungene Reeperbahn, an der Weltkarrieren ihren Ausgang nahmen und von der das Reeperbahn-Festival in die ganze Welt strahlt."

Comeback des Sommersalons

Im Klubhaus soll neben dem Kukuun und der Roofbar auf dem Dach auch wieder der Sommersalon untergebracht werden, der nach dem Abriss der alten Zeile im vergangenen Jahr vorübergehend an den Hamburger Berg ausgewichen war. Besitzer Axel Strehlitz sagte: "Ich freue mich auf das neue Klubhaus, weil es in seiner 'Artenvielfalt' aus Clubs, Musik und Entertainment die Attraktivität des Spielbudenplatzes für Anwohner und Besucher weithin sichtbar erhöht."

Bezirkschef Grote sieht St. Pauli durch das Projekt "als einzigartiges Zentrum der Livekultur" selbstbewusst für die Zukunft aufgestellt. "Die Schaffung neuer bezahlbarer Clubflächen zeigt, dass wir die Reeperbahn als Standort für Livemusikclubs nicht nur erhalten, sondern ausbauen können", sagte er.

Der Grundstein des neue Musik- und Theatercenters wurde unter anderem mit aktuellen Tageszeitungen, einem T-Shirt mit der Aufschrift "Love St. Pauli, hate Racism", einer Astra-Knolle und einer Stimmgabel gefüllt: "Damit immer ein guter Ton im Haus herrscht – und eine gute Kooperation zwischen Betreibern und Mietern", erklärte Aust. "Mit dem Klubhaus am Spielbudenplatz erhält Hamburg eine neue Perle, die weit über die Grenzen der Stadt hinaus strahlen wird", betonte Littmann. Das Klubhaus wird nach Plänen des Hamburger Architekturbüros akyol kamps : bbp architekten errichtet.