O2 World

Michael Bublé: Eine zweistündige Auszeit mit Swing

Foto: JERRY LAMPEN / AFP

Der kanadische Jazz-Sänger begeisterte sein Publikum in Hamburg mit einem abwechslungsreichen Repertoire von Sinatra bis Daft Punk - sowie mit viel Charme. Am Ende sang Bublé sogar in einem Freezers-Trikot.

Hamburg. "In der Welt passieren schreckliche Dinge. Es gibt viele Zyniker. Aber man braucht auch mal Urlaub von all dem", sagt Michael Bublé irgendwann in der Mitte seiner Show. Und genau diese Auszeit bescherte der Kanadier seinen Anhängern in der bestens gefüllten O2 World in Hamburg am Mittwochabend für zwei Stunden.

Das Konzert des 38-jährigen Jazz- und Popsängers startete mit einem Knall, Feuerfontänen und einem lasziv genuschelten "Fever". Bublé suchte immer wieder den Kontakt zum Publikum. Er wechselte in seinen Ansagen in Sekundenschnelle zwischen Witz und Kitsch. Und er präsentierte ein breites Repertoire an Songs, das er auf seine ganz eigene Art intonierte. Mit akzentuiertem Schmelz. Seine Auswahl reichte von Crooner-Nummern wie Frank Sinatras "You Make Me Feel So Good" bis zu einem verswingten Discohit wie Daft Punks "Get Lucky".

Sein Auftritt endete mit dem Lied "A Song For You", das Bublé gegen Ende ohne Mikro und lediglich zu reduzierter Pianobegleitung sang. Sein Jackett hatte er gegen ein Freezers-Trikot getauscht, das ihm ein Fan auf die Bühne geworfen hatte. Und in diesem finalen Moment zeigte sich auch die große Qualität dieses Entertainers. In einer objektiv betrachtet doch recht spröden Mehrzweckhalle vollbrachte er das kleine Wunder, maximale Intimität herzustellen.