Acht Tage nach seinem Tod

Heute wird Marcel Reich-Ranicki beigesetzt

Zur Trauerfeier für den "Literaturpapst" auf dem Frankfurter Hauptfriedhof werden zahlreiche prominente Gäste erwartet. Eine Rede halten soll auch TV-Entertainer Thomas Gottschalk.

Frankfurt/Main. Acht Tage nach seinem Tod wird Literaturkritiker und Publizist Marcel Reich-Ranicki am heutigen Donnerstag in Frankfurt am Main beigesetzt.

Zu der Trauerfeier auf dem Hauptfriedhof werden unter anderen Bundespräsident Joachim Gauck, der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), der Vorstandsvorsitzende der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, Salomon Korn, und der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) erwartet.

Reich-Ranicki war am 18. September im Alter von 93 Jahren in Frankfurt am Main gestorben. Der Publizist leitete viele Jahre lang die ZDF-Sendung "Das literarische Quartett" und wurde auch mit seinen teils scharfen Buchkritiken in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) einem größeren Publikum bekannt. Anfang des Jahres hatte er mitgeteilt, dass er an Prostatakrebs erkrankt sei.

Bei der Trauerfeier wird es zahlreiche prominente Redner geben. Für die FAZ spricht Herausgeber Frank Schirrmacher. Auch TV-Entertainer Thomas Gottschalk, mit dem Reich-Ranicki seit einem Disput über das Fernsehen freundschaftlich verbunden war, soll bei der Gedenkfeier sprechen.

Für die jüdische Gemeinde steht Salomon Korn auf der Rednerliste. Auch Bouffier und Feldmann werden das Wort ergreifen. Gauck hingegen wird nach Angaben des Bundespräsidialamts keine Rede halten.

Auch Schopenhauer liegt in Frankfurt

Reich-Ranicki, der in Polen geboren wurde, hatte seit 1958 in Frankfurt gelebt. Das Paar hat einen Sohn, der als Mathematik-Professor im schottischen Edinburgh lebt.

Auf dem Frankfurter Hauptfriedhof sind viele bedeutende Intellektuelle begraben, etwa die Philosophen Theodor W. Adorno und Arthur Schopenhauer und Autoren wie Ricarda Huch und "Struwwelpeter"-Erfinder Heinrich Hoffmann.

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