Kassel

Das kosten die Karten für die nächste documenta

Die Geschäftsführerin der Kunstschau über Ticketpreise und Finanzierungsprobleme

Kassel. Die documenta, weltweit bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst, findet vom 8. bis 16. Juli in Athen und vom 10. Juni bis 17. September in Kassel statt. Großereignisse wie diese zu finanzieren wird immer schwieriger, sagt documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff, die ihre Stelle im Juli 2014 antrat und nun erstmals die alle fünf Jahre stattfindende Schau verantwortet.

Wie hoch sind die Kosten für die documenta insgesamt?

Annette Kulenkampff: Der Finanzrahmen für die documenta 14 liegt über einen Zeitraum von fünf Jahren bei 34 Millionen Euro.

Von wem kommt dieses Geld?

Rund die Hälfte des Geldes kommt von den Gesellschaftern der documenta: dem Land Hessen und der Stadt Kassel. Darüber hinaus von der Kulturstiftung des Bundes. Die andere Hälfte von rund 17 Millionen Euro muss die documenta selbst erwirtschaften. Sie ist im Verhältnis zu Theatern durch die öffentliche Hand unterfinanziert. Ein Beispiel: Die saisonalen Festspiele in Bad Hersfeld erhalten pro Jahr einen Zuschuss von rund sechs Millionen Euro, in fünf Jahren mit 30 Millionen Euro also deutlich mehr als die documenta. Wenn man an die internationale Strahlkraft der documenta denkt, stimmt hier das Verhältnis nicht.

Kann man Theater und Kunst denn tatsächlich vergleichen?

Bildende Künstler arbeiten heute viel mit Performance oder Film, die Aufwendungen sind technisch und personell anspruchsvoll, die Umsetzung ist kostenintensiv. Das ist mit den Bedürfnissen einer Theaterproduktion durchaus vergleichbar. Eine Erhöhung der öffentlichen ­Zuwendungen wird in Zukunft nötig werden. Dass sich die weltweit bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst zur Hälfte selbst finanzieren muss, ist auf Dauer nicht tragfähig.

Welche Rolle spielen Sponsoren?

Wir sind abhängig von großen Sponsoren, wie zum Beispiel der Sparkassenfinanzstiftung oder VW, ebenso wie von privaten Geldgebern, Stiftungen und Unterstützern. Das gelingt ganz gut, wird aber in Zukunft immer schwieriger. Das große Sportevent liegt oft näher als die komplexe und nicht immer einfache Materie zeitgenössischer Kunst.

Was werden die documenta-Tickets in diesem Jahr kosten?

Das Tagesticket kostet 22 Euro, zwei ­Tage documenta sind für 38 Euro zu ­haben, und eine Dauerkarte kostet einen Euro pro Tag, also 100 Euro in Kassel. Viele der Ausstellungsorte in Athen sind kostenfrei zugänglich, die meisten Partnerinstitutionen dort erheben ihre regulären Eintrittspreise.

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