Hamburg

Lange verschollenes Operettenglück im Engelsaal

Hamburg.  Seit mehr als 60 Jahren ist Paul Abrahams Jazz-Operette "Viktoria und ihr Husar" nicht mehr in Hamburg gespielt worden. Das haben die Recherchen von Engelsaal-Impresario Karl-Heinz Wellerdiek ergeben. Grund genug für das Operetten-Theater, das 1930 ­uraufgeführte Stück aus der Versenkung zu holen und es neu zu inszenieren. Das Libretto-Personal wird auf der kleinen Bühne auf fünf Sänger und Sängerinnen reduziert, Pianist Herbert Kauschka begleiten nur eine Geigerin und ein Saxofonist statt eines Kammerorchesters. Doch auch in dieser abgespeckten Version funktioniert das Stück um einen ungarischen Husaren (Daniel Schliewa), der am Ende des Ersten Weltkriegs Schutz in der US-Botschaft in Tokio sucht und dort auf seine frühere Verlobte Viktoria (Dominique Aref) trifft, die inzwischen mit dem Botschafter (Ulrich Altroggen) verheiratet ist.

Die Handlung ist verwickelt, aber Regisseur Philip Lüsebrink, der auch den etwas depperten Burschen Janczi spielt, lässt einen Erzähler die Handlungsstränge erklären und zusammenfassen. Das macht Altroggen ziemlich souverän, mit seiner Präsenz ist der nonchalante Sänger und Erzähler der Mittelpunkt des Spiels um Liebe und Flucht in den Kriegswirren des Ersten Weltkriegs.

Gesanglich ragt aus dem fünfköpfigen Engelsaal-Ensemble Dominique Aref heraus, sie erhält vom begeisterten Premierenpublikum am Ende den größten Applaus. Warum ihre Viktoria sich nach dem Widersehen erneut in den ziemlich unattraktiven ungarischen Rittmeister verliebt und nicht dem attraktiven Botschafter die Treue hält, ­erschließt sich allerdings nicht.

"Viktoria und ihr Husar" nächste Aufführungen 26.2., 15.00, 11.3., 19.30, Engelsaal, ­Valentinskamp 40–42, Karten ab 40,59

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