Hamburg

Die große "Abschiedsshow" der Symphoniker Hamburg

Hamburg.  Und Tschüs! Mit demonstrativ herausgestellter Feiertagsstimmung verabschiedeten sich die Musiker der Symphoniker Hamburg am Ende ihres Weihnachtskonzerts am Sonntag in der Laeiszhalle. Der eine guckte genervt auf die Uhr und stahl sich hinaus, ein zweiter winkte mit dem Taschentuch zum Abschied leise Servus, eine dritte erhielt einen Anruf auf dem Handy und verließ angeregt telefonierend das Podium. Die Bühnentechniker dimmten das Licht, und ganz am Ende blieben nur noch zwei einsame Violinen im Halbdunkel übrig.

Arbeitsverweigerung? Nein, ganz im Gegenteil. Voller schauspielerischer Einsatz. Denn auf dem Programm stand Haydns "Abschiedssymphonie", und deren Finale mit dem sukzessiven Abtreten aller Musiker zelebrierten die Symphoniker ebenso lustvoll wie alle anderen Programmpunkte zuvor.

Dass die Musiker ihren Spaß an der Sache hatten, war zuvor schon zu hören gewesen. In Brittens "Simple Symphony" etwa stehen die emotionalen Extreme schon in den Satzüberschriften. Da gibt es eine "ungestüme Bourée", ein "verspieltes Pizzicato", eine "sentimentale Sarabande" und ein "ausgelassenes Finale". Unter Leitung ihres Konzertmeisters Adrian Iliescu kosteten die Symphoniker alles voll aus, was Brittens freches Jugendwerk zu bieten hat.

Mit einer spielfreudigen Interpretation von Händels Concerto grosso C-Dur "Das Alexanderfest" hatten Iliescu und seine Kollegen zum Auftakt des Abends bewiesen, was für ein gut eingespieltes Team sie sind. In Tartinis Violinkonzert A-Dur D96 beschränkte sich Iliescus Leitung denn auch auf ein absolutes Minimum, stattdessen konnte der Konzertmeister sich umso mehr als souveräner Solist zeigen.

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