Auf der Kompilation „Konkani Songs – Music From Goa, Made In Bombay“ versammelt das Trikont-Label musikalische Schmuckstücke aus dem Indien der 1950er- bis 70er-Jahre. Ein wüster sowie äußerst hörenswerter Mix aus traditionellen Stilen des Subkontinents, französischem Chanson, kubanischem Son, italienischem Schlager und mexikanischem Mariachi-Sound.

Die Münchner Plattenfirma Trikont bringt regelmäßig im besten Sinne Unerhörtes auf den Markt Raritäten, für unsere Ohren Exotisches, musikalische Fund- und Schmuckstücke. Der neueste Coup in der Reihe stets liebevoll gestalteter Kompilationen ist das Album "Konkani Songs Music From Goa, Made In Bombay". Konkani ist eine hauptsächlich in Goa gesprochene Sprache, die durch die rund 400-jährige Kolonialherrschaft viele Ausdrücke aus dem Portugiesischen aufgenommen hat, aber auch Elemente des Hindi und des Englischen.
Die Lieder klingen, als sei eine Mariachi-Kapelle in einem Hindi-Film der Swinging Sixties gelandet, als feiere der Buena Vista Social Club mit den Beach Boys Wiedergeburt am Taj Mahal, als versinke die rote Sonne nicht im Meer von Capri, sondern im indischen Ozean. Nicht zu vergessen der Gesang mal sehnsuchtsvoll, mal sich überschlagend.
Wie die auf dem Subkontinent so beliebten Bollywood-Blockbuster bildet auch diese Musik einen knallbunten Masala-Mix der Stile und Instrumente. Trompete trifft auf Tabla, Mandoline auf Sitar. Mit dem Unterschied, dass die Stücke von "Konkani Songs" allesamt aus den 1950er- bis 70er-Jahren stammen. Bei den Originalaufnahmen aus dieser Zeit meint der Hörer, das Knacken des Plattenspielers und die Röhrenmikrophone der alten Studiotechnik ausmachen zu können.
Das ausführliche Booklet stellt nicht nur die Künstler der insgesamt 22 Songs vor, etwa Chris Perry & Lorna oder Alfred & Rita Rose. Sigrid Pfeffer, die den Sampler zusammengestellt hat, erläutert in einem Essay auch die Hintergründe dieser ganz besonderen indischen Folk- und Unterhaltungsmusik. Der Sound, dessen Wurzeln bis ins 16. Jahrhundert reichen, entwickelte sich von der Kirchenmusik europäischer Missionare in Goa über die Jazzszene Bombays in den 1920ern bis hin zu seiner nun konservierten Spielart.
Konkani Songs Music From Goa, Made In Bombay (Trikont); erscheint am 27.2., www.trikont.de
Bewertung: hörenswert















