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Kultur & Live

Berlinale 2009 Filmprojekt "Deutschland 09"

Tom Tykwer und seine Regie-Kollegen zur Lage der Nation

Die erste Riege der deutschen Filmemacher, darunter Fatih Akin, Nicolette Krebitz und Dominik Graf, machten sich in 13 kurzen Filmen Gedanken über den Zustand ihres Landes. Von Murat Kurnaz bis Architektur reichen die Themen. Genre, Stil, Material, Inhalt: alles war erlaubt. Der Film läuft außer Konkurrenz im Berlinale-Wettbewerb.


Foto: DDP

Berlin/Hamburg. Tom Tykwer ("The International") gab den Anstoß. Er forderte seine Kollegen auf, sich Gedanken über den Zustand dieses Landes zu machen. Dabei ließ er ihnen alle erdenklichen Freiheiten. Genre, Stil, Material, Inhalt: alles war erlaubt. Die Mitstreiter kommen aus der ersten Reihe der deutschen Filmemacher. "Deutschland ’09 13 kurze Filme zur Lage der Nation" heißt das Ergebnis, eine Inventur aus künstlerischer Perspektive. Ein reizvoller Kontrast zu den entsprechenden Ansprachen des Bundespräsidenten oder der Bundeskanzlerin. Was sehen die Filmemacher, dass den Politikern womöglich entgeht?

Fatih Akin hat beispielsweise ein Interview mit Murat Kurnaz verfilmt, das der der "Süddeutschen Zeitung" nach seiner Freilassung gegeben hatte. Nicolette Krebitz inszeniert einen Dialog zwischen Susan Sonntag, Ulrike Meinhof und Helene Hegemann. Dominik Graf ist mit einer alten Super-8-Kamera durchs Land gereist, um Architektur einzufangen, die vom Verschwinden bedroht wird. Auch die Riege der Schauspieler kann sich sehen lassen: Sandra Hüller, Jasmin Tabatabai, Denis Moschitto, Josef Bierbichler und Benno Fürmann sind dabei. Der Film läuft außer Konkurrenz im Berlinale-Wettbewerb.

Die Idee, den Zeitgeist so bei den Hörnern zu packen, ist nicht neu. 1978 taten sich schon einmal Regisseure zusammen, um filmisch die Ereignisse des Deutschen Herbsts im Jahr zuvor zu verarbeiten. Damals hießen sie Alexander Kluge, Volker Schlöndorff, Rainer Werner Fassbinder oder Edgar Reitz. Der neue Film ist auch eine Antwort auf dieses Experiment. "Deutschland ’09" kommt am 26.3. ins Kino

 

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