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Die "taz" stand kurz vor der Überschuldung

Foto: HA / A.Laible

Die Genossen mussten im Dezember 2012 eine Million Euro nachschießen, "da der Verlag sonst zum Jahresende buchmäßig überschuldet gewesen wäre".

Der "Tageszeitung (taz)" geht es weitaus schlechter als bisher bekannt. Wie aus dem "Mitgliederinfo Nr. 23" der taz Verlagsgenossenschaft hervorgeht, mussten die Genossen im Dezember 2012 eine Million Euro nachschießen, "da der Verlag sonst zum Jahresende buchmäßig überschuldet gewesen wäre". Die "taz" machte vergangenes Jahr einen Verlust von 616.766 Euro. In den drei vorangegangenen Jahren hatte sie noch Gewinne erwirtschaftet. "Die Zeitungskrise hat nun also auch die ,taz' erreicht", kommentieren die Genossen. Gründe für das schlechte Ergebnis sind demnach "Einbrüche bei den Umsatzerlösen bei gestiegenen Kosten". So gingen die Anzeigenumsätze um 19.000 Euro, die Erlöse aus Abonnements um 243.000 Euro und die Einzelverkaufserlöse um 183.000 Euro zurück. Zugleich stiegen die Personalkosten um 489.000 Euro, die Werbekosten um 300.000 Euro und die Raumkosten um 150.000 Euro. Nach Ansicht ihres Aufsichtsrats kann es sich die Genossenschaft "nicht leisten, in den nächsten Jahren jährlich 1 Mio. € in den TAZ Verlag zu stecken". Allerdings verlief auch 2013 "bisher wirtschaftlich eher weniger erfreulich, da die ,taz' bei Einzelverkauf und auch bei Anzeigenerlösen Einbrüche hinnehmen muss und – das ist ganz schlecht – die Abos abnehmen". Nach Angaben von Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch plant sein Haus für dieses Jahr mit einem Verlust von 500.000 Euro. Er ist sich aber sicher, dass das Ergebnis besser ausfallen wird.

Der Intendant des Deutschlandradios Willi Steul legt sich mit seinen Kollegen von ARD, ZDF, ProSieben, RTL und Phoenix an. Obwohl die Chefs dieser Sender einer Übertragung des TV-Duells zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück im von Steul verantworteten Deutschlandfunk nicht zugestimmt haben, will er mit dem Kandidaten-Duell diesen Sonntag auf Sendung gehen. Er begründet dies damit, dass seit 1. Januar nicht mehr zwischen Radio- und TV-Gebühr unterschieden wird und das Duell auch Menschen zugänglich gemacht werden müsse, die kein Fernsehgerät besitzen. Zuvor hatte ZDF-Verwaltungsdirektor Hans-Joachim Suchan in einem Schreiben an Steul seine Zustimmung zu einer Live-Übertragung im Radio verweigert, weil die Sendung "ausdrücklich als ,TV-Duell' angekündigt wurde" und die beteiligten Privatsender "nicht über vergleichbare Ausspielwege im Radio verfügen". Angeblich liebäugeln auch einige Radio-Infowellen der ARD mit einer Übertragung.