Jazz Federation feilt an der Zukunft nach dem Birdland

Hamburg. Die vor 28 Jahren als Trägerverein des Jazzclubs Birdland gegründete Jazz Federation Hamburg e.V. scheint aus dem Exitus des Clubs überraschend vital hervorzugehen. Auf der ersten Mitgliederversammlung nach der Ankündigung der Schließung des Clubs zum 29. Juni in dieser Woche wurde mit 85 Teilnehmern die höchste Anwesenheitsquote seit langer Zeit registriert. Die Club-Betreiber Heidi und Dieter Reichert seien als Vorstand entlastet, mit Blumen beschenkt und einstimmig zu Ehrenmitgliedern der Jazz Federation gewählt worden, berichtet ein Teilnehmer. Gleichzeitig hätten 83 der Anwesenden dafür gestimmt, das von einer selbst ernannten "Altherrenriege" um Günter Muncke und einigen aktiven jüngeren Jazzmusikern ersonnene Konzept einer Neugestaltung des Vereins anzugehen. Der Antrag auf Auflösung der JFH, den zwei Mitglieder stellen wollten, sei auf Betreiben Heidi Reicherts zurückgezogen worden.

In einer nächsten Versammlung am 25. Juni im Birdland soll ein neuer Vorstand gewählt werden, für den drei aus der "Altherrenriege" und drei Musiker kandidieren. Anschließend wollen die Initiatoren in Workshops neue Möglichkeiten von Marketing diskutieren, wie sich Sponsoren gewinnen lassen und vor allem, ob und wie die Suche nach einer neuen Spielstätte für den Jazz in Hamburg vonstatten gehen sollte. Zu diesen Workshops sei auch die allgemeine Öffentlichkeit willkommen. "Wir streben eine Vernetzung mit allen Aktiven an", sagt Muncke, der auch auf dem Podium eines Roundtable-Gesprächs zur Zukunft des Jazz in Hamburg am 20. Juni (17 Uhr) im Fools Garden sitzen wird.

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