17.05.13

Konzert

So hat man "Matrix" noch nie gesehen

Das Publikum in der O2-World bejubelt das "Matrix"-Filmmusikkonzert der NDR-Radiophilharmonie und Dirigent Frank Strobel. Entwicklung des Live-Projektes dauerte eineinhalb Jahre.

Von Mark Hübner-Weinhold
Foto: NDR/Karsten Prühl

Im Kultfilm "Matrix" spielt Keanu Reeves den Programmierer und Hacker Thomas A. Anderson alias Neo. Frank Strobel und die NDR-Radiophilharmonie spielen dazu in der O2-World live den Soundtrack von Don Davis
Im Kultfilm "Matrix" spielt Keanu Reeves den Programmierer und Hacker Thomas A. Anderson alias Neo. Frank Strobel und die NDR-Radiophilharmonie spielen dazu in der O2-World live den Soundtrack von Don Davis

Hamburg. Stehender Applaus für die NDR-Radiophilharmonie und ihren Dirigenten Frank Strobel am Freitagabend in der O2-World: Die Musiker begeisterten das Hamburger Publikum mit der synchron zum Science-Fiction-Film "Matrix", gespielten Musik von Don Davis.

Wer "Matrix" fast 14 Jahre nach seiner Entstehung erstmals wieder sieht, ist fasziniert von der immer noch innovativen Kraft des Kultfilms der Brüder Wachowski. "Matrix" setzt bis heute Maßstäbe bei visuellen Effekten, Schnitt und Sound. Vor allem aber zieht das mysteriöse Jonglieren zwischen Sein und Schein, zwischen Freiheit und Abhängigkeiz das Publikum in seinen Bann.

Auch in der O2-World war das zu spüren. Die Konzentration galt vor allem dem spannenden Geschehen auf der riesigen Leinwand. Dass ein 85-köpfiges Orchester unter eben dieser Leinwand grandios aufspielte, geriet zeitweise fast in Vergessenheit. Zumal es während des Films viele Passagen gibt, in denen keine orchestrale Filmmusik zu hören ist. Insofern bleibt schon fragwürdig, warum ausgerechnet dieser Soundtrack für ein Filmkonzert herhalten musste.

Unzweifelhaft ist: Don Davis' Musik für "Matrix" passt perfekt zu diesem surrealen Film. Sie verstärkt das Gefühl von Unwirklichkeit, das der Held Neo (Keanu Reeves) auf der Leinwand und ebenso das Publikum spüren. Was ist Schein, was real?

Davis' Komposition beginnt kaum wahrnehmbar im Hintergrund mit schnellen, richtungslosen Streicherläufen, dumpfem Grollen der Kontrabässe, Perkussionwirbeln und schrillen Bläserakzenten. Sie steigert sich zu brachialen Stakkati in den Actionsequenzen des Films. Das ist Musik, die nur musikalische Profis oder abgehärtete Liebhaber atonaler Klänge freiwillig daheim auf der Couch hören. Sie ist nur selten gefällig wie die pompösen und klassisch-romantischen Filmkompositionen eines John Williams oder Miklós Rózsa (und erinnert dann an Mahler und Sibelius). Aber sie trägt diesen Film.

Frank Strobel, der dieses Live-Projekt eineinhalb Jahre lang gemeinsam mit Don Davis entwickelt hat und es erstmals beim Schleswig-Holstein Musik Festival 2010 dirigierte, gelang es filigran, das Orchester punktgenau durch die Filmszenen zu führen. Ein hartes Stück Arbeit von wahrlich chirurgischer Präzision, das Dirigent und NDR-Radiophilharmonie bravourös gemeinsam ablieferten.

Die für das Projekt eigens hergestellte Filmkopie enthält nur die englischen Dialoge (mit deutschen Untertiteln) und Toneffekte, die über Surround-Verstärker in den Saal übertragen wurden. Zusammen mit dem kraftvoll-präzisen Orchesterklang entwickelte "Matrix" als Livekonzert so eine Intensität, die weit über das erste Kinoerlebnis hinaus geht.

Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Alles über Ihre Straße

Top Video Alle Videos

mehr »

Top Bildergalerien mehr

HSV bei der Hertha in Berlin

Landkreis Harburg

Feuerwehr kämpft gegen Schwelbrand

Weltrekord

Google-Manager springt aus Stratosphäre

Kreis Pinneberg

Überfall auf Mitarbeiter eines Asia-Imbisses

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr