24.02.13

Konzert-Kritik

Rap auf Augenhöhe: "Deine Freunde" im Schmidt-Theater

Das Hamburger Hip-Hop-Trio "Deine Freunde" wurde bei zwei ausverkauften Konzerten im Schmidt Theater bejubelt.

Von Holger True
Foto: dpa
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Das Hamburger Hip-Hop-Trio "Deine Freunde" im Schmidt Theater (Symbolbild)

Nicht aufräumen müssen. Lange aufbleiben dürfen. Und nach der brav gegessenen Gemüseportion von Oma Schokolade bekommen. Das sind Themen, die Kinder wirklich interessieren. Themen, über die Deine Freunde singen und rappen ­ - auf ihrer Debüt-CD "Ausm Häuschen" und ganz aktuell im zweimal ausverkauften Schmidt Theater. Das Durchschnittsalter des Publikums zu erheben, macht hier wenig Sinn, denn die eine Hälfte ist überwiegend unter 10, die andere über 30; klar, Kinder haben bei diesen zwei Shows ihre Eltern im Schlepptau. Oder andersrum, denn Deine Freunde funktioniert tatsächlich auch dann, wenn prall gefülltes Nutella-Glas und schrankgroße Legokiste ihren Reiz bereits seit ein paar Jahrzehnten verloren haben. Was daran liegt, dass Lukas Nimscheck (demnächst Moderator beim "Tigerenten Club"), DJ Markus Pauli (Fettes Brot) und Florian Sump (Ex-Echt) nicht auf niedlich machen. Weder musikalisch noch textlich. Im Gegenteil: Es pumpen die Bässe, wird auch mal im Raggamuffin-Style gerappt und kurzerhand eine "Macarena"-Passage eingebaut; zur besonderen Freude all der Erziehungsberechtigten, die sonst gern zu Dr. Dre oder Seeed wippen, hier aber ebenfalls Spaß haben.

Sie sind es natürlich vor allem, die den anwesenden Rolf Zuckowski, einen der großen Förderer des Trios bejubeln, dessen "Wie schön, dass du geboren bist" ebenso zum Repertoire gehört, wie eine Stagediving-Einlage, für die ein großer Stoffbär auf Händen von den kleinen und großen Fans durchs Theater getragen wird. In Sachen Textsicherheit allerdings macht den Kurzen niemand was vor. Die meisten, so scheint es, hören "Ausm Häuschen" tagein tagaus und übernehmen mühelos auch komplexere Parts. Könnte also sein, dass tatsächlich gerade ein Generationenwechsel stattfindet und ein Klassiker wie Rolf Zuckowskis "Jahresuhr" zumindest harte Konkurrenz bekommt.

Nach 80 Minuten ist eigentlich alles vorbei, aber am Merchandise-Stand mit den knallbunten T-Shirts (nur Kindergrößen) und Ansteckern herrscht noch lange reger Betrieb. Was überhaupt nicht verwundert, denn bei allem Jux, bei aller Partystimmung, nehmen Deine Freunde ihr Klientel ernst und rappen nicht pädagogisch wertvoll, sondern stets auf Augenhöhe. Das zahlt sich aus.

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