24.02.13

Theater-Kritik

Verzweifelt bemüht bis zum bitteren Ende

Der Klassiker "Wir sind noch einmal davongekommen" von Thornton Wilder feierte Premiere im Thalia Theater. Regie: Marco Storman.

Von Stefan Grund
Foto: pa/chromorange
Thalia Theater in der Altstadt von Hamburg, Deutschland
Das Thalia Theater in der Hamburger Innenstadt

Hamburg. Der Klassiker "Wir sind noch einmal davongekommen" von Thornton Wilder hatte jetzt im Thalia Theater in der Regie von Marco Storman Premiere. Im nahezu verzweifelten Bemühen, das epische Theater von 1942 zu aktualisieren, schoss der Regisseur sowohl über das Ziel hinaus als auch am Ziel vorbei und lieferte eine platte Klamotte ab. Das hochklassige, engagiert aufspielende Ensemble (mit Matthias Leja, Victoria Trauttmansdorff und Daniel Lommatzsch) mühte sich vergeblich, den Klamauk auf das Niveau einer funktionierenden Komödie zu heben.

Das Stück erzählt von der Fähigkeit des Menschen, Katastrophen globalen Ausmaßes zu überleben. Familie Antrobus (Vater Adam, Mutter Eva, Tochter Gladys und Sohn Henry alias Kain) symbolisiert die Menschheit. Sie überlebt bei Wilder erst die Eiszeit, dann die Sintflut und den zweiten Weltkrieg. Storman versucht nun, aktuelle Krisen wie die Finanzkrise und eine kleine Theaterkatastrophe wie den Drehbühnenausfall in einem 25-minütigen Prolog dem Stück voranzustellen. Bei Wilder dauert das witzige Vorspiel etwa fünf Minuten. Im Anschluss an den ermüdenden Prolog ohne geistigen Mehrwert wird das Stück am Thalia Theater im wundervollen, stark stilisierten Bühnenbild von Constanze Kümmel in anderthalb Stunden abgespult. Beim überdrehten Versuch, möglichst grotesk komisch zu sein, bleiben Qualitäten des Stückes auf der Strecke. So ging es Wilder sehr ernsthaft auch um die positiven Seiten der amerikanischen Lebensweise, auch um die Betonung amerikanischer Werte und die Würde des Menschen im Alltagsleben. Fast alle Texte, die sich im Stück darauf beziehen, sind gestrichen. Entsprechend dünn und einseitig ist das Ergebnis. Versuche, das Stück durch ein paar Songs aufzupeppen, bleiben erfolglos. Auf den Spielplan geraten war das Stück durch eine vom Dramaturgen Carl Hegemann initiierte Wahl durch das Publikum, die sehr umstritten war.

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