Medienmacher "Die Zeit" entdeckt ihre Liebe zum Spitzenfußball

Foto: HA / A.Laible

Ab April soll es bei der ZEIT eine Fußball-Seite geben. Verantwortlich wird Cathrin Gilbert sein, die zum Jahreswechsel vom "Spiegel" kam.

"Die Zeit" und Fußball? Das galt bisher als unvereinbar, hat das Wochenblatt doch nicht einmal eine Sportseite. Ab 11. April wird sich das ändern. Dann soll es auf der letzten Seite des Dossier-Buches ausschließlich um das runde Leder gehen, konkret um nationalen und internationalen Spitzenfußball, nicht um irgendwelche sportpolitischen Randthemen. Verantwortlich für die Seite wird Cathrin Gilbert sein, die zum Jahreswechsel vom "Spiegel" kam und direkt der Chefredaktion unterstellt ist. Mit der Fußballseite will die "Zeit" vor allem junge Leser ansprechen.

Einen zweiten Versuch, die Sendezeiten für unabhängige Dritte bei Sat.1 zu vergeben, unternimmt am 4. März die rheinland-pfälzische Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK). Ursprünglich sollten die Drittsendeplätze wie bisher schon an die DCTP des Filmemachers Alexander Kluge und die Produktionsgesellschaft News & Pictures des Medienkaufmanns Josef Buchheit gehen. Dagegen hatte Sat.1 zusammen mit den unterlegenen Mitbewerbern N24 und MET geklagt. Das Verwaltungsgericht Neustadt an der Weinstraße gab ihnen recht. Dennoch ist es erstaunlich, dass die LMK die Lizenzen nun neu vergeben will. Denn das Urteil ist nicht rechtskräftig. Beim Oberverwaltungsgericht Koblenz ist eine Berufung Buchheits anhängig. Man werde die Sendezeiten unter Vorbehalt neu vergeben, sagt dazu ein LMK-Sprecher.

Es gibt ein weiteres Problem: Bei Sat.1 ist man der Ansicht, dass der Sender keine Sendeplätze mehr für unabhängige Dritte zur Verfügung stellen muss. Dies müssen nur Sender, die einen Marktanteil von mindestens zehn Prozent erreichen. 2012 hat Sat.1 diese Marke aber verfehlt, und nichts spricht bisher dafür, dass der Sender sie 2013 erreichen wird. Als größter TV-Kanal einer Senderfamilie, die auf einen Marktanteil von mindestens 20 Prozent kommt, könnte Sat.1 dennoch zur Vergabe von Drittsendezeiten verpflichtet werden. Aber auch die ProSiebenSat.1 AG verfehlte 2012 diesen Wert. Die Kontrollbehörde KEK prüft nun, ob Sat.1 tatsächlich keine Sendezeiten an unabhängige Dritte abtreten muss. Dies wäre beispielsweise für das ohnehin kriselnde Spiegel TV ein schwerer Schlag, das für die DCTP bei Sat.1 auf Sendung ist. Bei der LMK ist man allerdings der Ansicht, dass entscheidend sei, auf welchen Marktanteil Sat.1 zu Beginn des derzeitigen Vergabeverfahrens im November 2011 gekommen ist. Damals habe der Sender einen Marktanteil von über zehn Prozent erreicht. Die Eile der LMK hängt womöglich nicht nur damit zusammen, dass der neue Vergabezeitraum am 1. Juni beginnt. Zum 1. Juni wechselt Sat.1 auch von der Zuständigkeit der LMK in die der Medienanstalt Hamburg Schleswig-Holstein, wogegen die Pfälzer geklagt haben. Ende Mai könnte das zuständige Verwaltungsgericht Schleswig gegen sie entscheiden.

Im NDR-Hörfunk dreht sich das Personalkarussell: Adrian Feuerbacher, bisher Referent von Hörfunk-Direktor Joachim Knuth, wird bei NDR Info Chef Politik und Aktuelles. Sein Vorgänger auf diesem Posten, Jens-Peter Marquardt, geht als Korrespondent nach London. Neuer Referent von Programmdirektor Knuth wird wiederum Christoph Prössl, der bisher für den ARD -Hörfunk aus Brüssel berichtet. Seinen Job in der belgischen Hauptstadt übernimmt Kai Küstner. Er berichtet bislang aus dem indischen Neu-Dehli.