21.02.13

Trauer

Die Berliner Politik-Journalistin Tissy Bruns ist tot

Von 1999 bis 2003 stand sie als erste Frau der Bundespressekonferenz vor. Nun erlag die Hauptstadt-Korrespondentin einem Krebsleiden.

Foto: dpa
Tissy Bruns
Tissy Bruns starb im Alter von 62 Jahren

Berlin. Die langjährige Politische Chefkorrespondentin des Berliner "Tagesspiegels", Tissy Bruns, ist tot. Sie erlag in der Nacht zum Donnerstag im Alter von 62 Jahren einem Krebsleiden, wie der "Tagesspiegel" mitteilte.

Bruns stand in den Jahren 1999 bis 2003 als erste Frau an der Spitze der Bundespressekonferenz. In ihrem 2007 erschienenen Buch mit dem Titel "Republik der Wichtigtuer" hielt sie der Bundespolitik vor, den Bezug zur Wirklichkeit mehr und mehr zu verlieren. Sie kritisierte aber auch eine Selbstbezogenheit ihrer eigenen Berufsgruppe.

Bruns war über lange Jahre eine feste Größe in der politischen Berichterstattung aus Bonn und Berlin. Ihr Urteilsvermögen ließ sie in den letzten Jahren zu einem oft eingeladenen Gast in Talkshows mit politischen Themen werden, etwa im Presseclub der ARD oder bei Beckmann. Als Vorsitzender der Bundespressekonferenz kam ihr die Ehre zu, auf den Bundespressebällen jeweils mit dem damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau den Eröffnungswalzer zu tanzen.

In Bruns Amtszeit fiel auch der Umzug von Bundesregierung und Bundestag von Bonn nach Berlin, der nicht nur für Politiker, sondern auch für politische Journalisten drastische Veränderungen mit sich brachte. Zu viel Nähe habe das Schlagwort für die Bonner Beziehung von Politik und Publizistik gelautet, sagte Bruns ein Jahr später. "Wenn ich für Berlin die betreffenden Begriffe nennen soll, dann heißen sie: härtere Konkurrenz, höheres Tempo und die unwiderrufliche Dominanz des Bildes über das Wort, der elektronischen über die anderen Medien."

Bruns war seit Mitte der 1980er Jahre als Journalistin tätig, in den 1990er Jahren als Parlamentskorrespondentin in Bonn. Seit 1997 arbeitete sie für den "Tagesspiegel", unterbrochen von einer zweijährigen Tätigkeit als Leiterin des Berliner Korrespondentenbüros der "Welt". Bruns hinterlässt ihren Mann und einen Sohn.

In zahlreichen Redaktionen herrschte Trauer und Bestürzung. WDR-Intendantin Monika Piel teilte mit: "Die Nachricht vom Tod Tissy Bruns hat mich sehr getroffen. Mit ihr hat der Journalismus eine große Persönlichkeit und Stimme verloren. Tissy Bruns war nicht nur eine hervorragende Beobachterin des politischen Geschehens, sondern hat immer wieder auch ihre eigene Branche selbstkritisch hinterfragt. Im ARD-Presseclub war sie ein regelmäßiger und gern gesehener Gast. Wir und unser Publikum werden sie und ihre klugen und pointierten Gedanken vermissen."

Die Intendantin des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), Dagmar Reim, sagte: "Präzise, meinungsstark, unprätentiös: Tissy Bruns war eine hochgeschätzte Kollegin. Die ausgleichende und leidenschaftliche Vorsitzende der Bundespressekonferenz. Ein Vorbild für viele Frauen in den Medien. Ihre klugen Analysen der Berliner Republik haben unser Programm bereichert. Der rbb trauert um eine große Journalistin."

(dpa/HA)
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Alles über Ihre Straße

Top Video Alle Videos

Hebamme Rosa ist unheilbar an Krebs erkrankt, kann aber damit besser umgehen als ihr Mann. Auf der Krankenstation läuft ihr Motte über den Weg. Diese hat sich von ihrem Freund schwängern lassen.mehr »

Top Bildergalerien mehr
Hamburg

Doku über Udo Jürgens in Hamburg vorgestellt

HSV

Holtby beim ersten Mannschaftstraining

Prominente Tote

Diese Persönlichkeiten sind 2014 gestorben

Sportveranstaltung

Hamburgs Olympiastätten

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr