21.02.13

CD-Kritik

Die fröhliche Verzweiflung nach einer langen Nacht

Wohltemperierte Melancholie, nur Hits: Das neue Album "Optica" der SHout Out Louds aus Stockholm ist einfach gute Popmusik.

Von Thomas Andre
Foto: Promo
Die schwedische Band Shout Out Louds aus Stockholm
Die schwedische Band Shout Out Louds aus Stockholm

Hamburg. Der zweite Song auf dem neuen Album der Shout Out Louds heißt "Illusions". Sein Text geht so: "A heart is what a heart is/it won't forget where we came from/and when I walked down the line, I'm walking with you/I give what I can get, enough should be enough/and at the end of the line I know, I'll still be with you." Wäre da nicht der Titel, es wäre ein romantisches Lied. "Blue Ice" dagegen ist ganz wirklich romantisch, und es geht in dieser ersten Single des vierten Shout-Out-Louds-Werks "Optica" keineswegs um Eis, sondern um Augen. Die sind so blau, blau, blau.

Shout Out Louds, das ist eine Pop-Unternehmung aus Schweden, die seit einigen Jahren einen festen Platz in den Independent-Diskotheken in Stockholm, Hamburg, Berlin und London hat. Der durchschnittliche Shout-Out-Louds-Fan ist 23 Jahre alt, weiblich, er trägt einen Jutebeutel mit Schallplatten durch die U-Bahn und mag außer Shout Out Louds auch Phoenix, Franz Ferdinand und Arcade Fire. The Cure und The Smiths finden sie auch ganz gut, auch wenn das ganz schön old school ist. Es gibt allerdings auch 35-Jährige, die gerne den smarten Rockpop des Quintetts aus Skandinavien hören, und manchmal sind das auch Jungs, die Lust auf schön klingende Schwedenmusik haben. Kurz: Die Shout Out Louds sind eine grundsympathische Band, auf die sich grundsympathische Menschen einigen können.

Manche von ihnen kommen sich heute alt vor, wenn sie den Hit "Please Please Please" hören ("It's quite scary when you wake up in the same old clubs") und sich vor Augen führen, dass es die Band jetzt auch schon zehn Jahre gibt. Das Vergehen der Zeit bemerkt man auch am wachsenden Oeuvre einer Popband, und bei den Shout Out Louds darf man festhalten: mit "Optica" wachsen sie auch, was die Qualität betrifft.

Nach den prächtigen ersten beiden Alben "Howl Howl Gaff Gaff" und "Our Ill Wills" war "Homework" eher ein Soundtrack für einschlafende Füße. "Optica" dagegen ist eine lichte Songsammlung, aus der jedes Stück außerordentlich gefällig aus den Boxen träufelt.

Der Sound setzt sich gleichermaßen aus Synthesizern und Gitarren zusammen. "Chasing The Sinking Sun" klingt wie ein Output von "Our Ill Wills", "Destroy" schließt in seiner epischen Länge an den Shout-Out-Louds-Klassiker "Hard Rain" an. Eigentlich sind auf "Optica" nur Hits. Und wenn sich die Verzweiflung Bahn bricht, dann ist es eine fröhliche wie nach dem Aufwachen nach dem Absturz: "Your face looks so much older than I can remember from last night." So heißt es im Song "Burn" - das passt ganz gut zur wohltemperierten Melancholie, die Popmusik verströmt, wenn sie gut ist.

Shout Out Louds: "Optica" (Universal)

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