06.02.13

Preview in Hamburg

"Kokowääh 2": Männer, die auf Schweiger starren

Die Cinemaxx-"Ladies Night" zeigte am Mittwochabend Til Schweigers Komödie "Kokowääh 2" vorab. Zwei - männliche - Reporter waren dabei.

Von Alexander Josefowicz und Tino Lange
Foto: Pressebild.de/Bertold Fabricius
Ladies-Night-Preview "Kokowääh 2" Cinemaxx Dammtor
"Ladies Night" im Cinemaxx Dammtor: Celia und Nadine genießen den Prosecco vor dem Start des neuen Til-Schwieger-Films "Kokowääh 2". Auch die Reporter Alexander Josefowicz und Tino Lange lassen sich den lauwarmen Rosé nicht entgehen

Hamburg. Mit 4,3 Millionen Kinobesuchern war Til Schweigers Patchworkfamilien-Hit "Kokowääh" 2011 die erfolgreichste deutsche Komödie des Jahres. Grund genug für Regisseur, Hauptdarsteller, Produzent und Drehbuchautor Til Schweiger, am 7. Februar den Nachfolger "Kokowääh 2" bundesweit auf die Leinwand zu bringen. Wie seit Jahren üblich, zeigte Schweiger den Film vorab nicht der Presse. Und so nutzten wir am Mittwochabend die Gelegenheit, die Preview von "Kokowääh 2" bei der "Ladies Night" im Hamburger Cinemaxx Dammtor zu besuchen. Und was darf bei medialen Großereignissen (Apple-Produktpremiere, HSV-Testspiel gegen Lokomotiv Tashkent...) nicht fehlen? Der Liveticker!

22.30 Uhr: Der Abspann läuft. Tatsächlich stehen nicht nur Til und Emma Schweiger im Abspann. Simon Fiala war Trainee, Rainer Köhle war Best Boy. Super Job, Jungs. Unser Fazit: "Kokowää" war eine mittelmäßige, aber warmherzige Komödie. "Kokowääh 2" war wie warmer Rosé. Farblos, lau, prickelt nicht und macht Kopfschmerzen. Und dann wird die Flasche, zumindest unter der Regie von Til Schweiger, auch noch immer voller! (tl, josi)

22.20 Uhr: Herr Lange, ich beglückwünsche Sie dazu, das durchgestanden zu haben. Ein Bundesfilmförderungsverdienstkreuz ist Ihnen sicher. (josi)

22.10 Uhr: So. Das Ende des Films naht. Nun wollen wir nicht mehr weiter auf den Inhalt eingehen. Wir dürfen ja nicht den Schluss verraten. Bekommt Magdalena einen süßen Freund? Vertragen sich Henry und Katharina und Tristan. Wer ist diese Anna? Bekommt die Berliner Polizei neue Sirenen? Erobern Kommunistennazis in Lamborghini-Panzern die Erde? Sehen Sie selbst - demnächst in Ihrer Videothek. (tl)

22.05 Uhr: Ich werde via Facebook gefragt, wen ich lieber auf eine einsame Insel mitnehmen wollen wurde: Til oder Nickelback. Die Antwort fällt, während hier gerade alles auf das ultimative Happy End hinsteuert, nicht schwer. Nickelback macht zwar schlimme Musik, aber immerhin spielt Chad Kroeger nicht in diesem Film mit. (josi)

22.02 Uhr: Tristan! Im ersten "Kokowääh" spielte er ein faires Gegengewicht zu Henry. Aber jetzt wird er zum Volltrottel degradiert. Wie jede männliche Nebenrolle in den beiden Filmen (Lektor, Polizist, Pizzabote, Autohof-Personal, alle!). Es gibt da ein Zitat aus "Bang Boom Bang", das gut auf Henry alias Schweiger passt: "90 Minuten! Nur ich! Ich bin der Geilste!". Noch etwas Statistik: Geklaute Zitate gibt es auch wieder ("Ich liebe Dich" - "Ich weiß" aus "Star Wars") und jede Menge Schnittfehler. Einfach mal auf Weinflaschen achten. Ein Spaß! (tl)

21.45 Uhr: Immerhin spricht der Henry/Til zwei wahre Worte: "Nicht witzig!" Und klaut mal wieder bei anderen Filmen: "Ich liebe dich." "Ich weiß." (sagt eigentlich Han Solo zu Prinzessin Leia, nicht Henry zu seiner Tochter). (josi)

21.39 Uhr: Ah. Nadja ist nicht Tristans Freundin vom Filmbeginn, sondern taucht später als Supernanny für das Baby auf. Aha. falsch quergelesen, sorry! Die Berliner Feuerwehr- und Polizeisirenen klingen aber immer noch wie in New York. Arthousefilme werden weiterhin veralbert. Emma Schweiger spuckt wie im ersten Teil Lebensmittel bei Empörung. So viel zum Thema Kontinuität. Ansonsten trägt Emma nicht viel zur Handlung bei. Welche Handlung auch immer. Eine SMS trifft ein: Es soll Farbsortiermaschinen für "m&m's" geben. Na das ist doch was! (tl)

21.35 Uhr: Und, was haben wir noch so gelernt bislang? Echte Männer pinkeln im Stehen und putzen keine Klos. Und Intellektualismus ist Mist. Dumm sein übrigens auch. Und normal sein erst recht. Richtig klasse ist man eigentlich nur, wenn man so ist wie Til - pardon, Henry. Also abwechselnd brachial naiv, am Leben verzweifelnd, von den Mitmenschen überfordert und total lieb mit Sprüchen direkt aus dem Erziehungsratgeber. Und ein "Dobermann". Äh, ja. (josi)

21.23 Uhr: Ich bin dann auch kurz eine rauchen. Um Zeit zu schinden, bestelle ich alphabetisch geordnete "m&m's" und schaue im Foyer den Trailer zu " Zero Dark Thirty": Maschinengewehre! Lamborghinis! So nah und doch so fern. In Saal 5. (tl)

21.20 Uhr: Oh nein... nich wirklich. Der dumme Witz mit der Lampe für die Dusche, der "Duschlampe". Sprechen sie das mal undeutlich aus. Sehen Sie, voll lustig, nicht wahr? Wie kann man die Nummer bitte auf drei Minuten auswalzen, ohne rot vor Scham zu werden? (josi)

21.10 Uhr: Da kommen sie wieder, da gehen sie hin, die 10 Euro. Henry wird beim Wickeln angep... und angesch... Das Gefühl kennen wir. (tl)

21.10 Uhr: Ich gebe zu, es zählt nicht als professionelles Verhalten, sich nicht den ganzen Film anzuschauen. Aber wenn ich dem trotteligen, aber liebenswerten Henry-Til noch einmal dabei zuhören muss, wie er sein abgrundtiefes Leid klagt, das er mit uns Schmarotzern des Kulturbetriebs (im Film: der Lektor seiner mehr-oder-weniger-Beziehung. Im Leben: Filmkritiker und andere böse Menschen, die es wagen, ihre Tilheit anzugehen), die immer nur von anderer Leute Leistung leben, dann muss ich brechen. Ganz ehrlich, dieser Mann beschwert sich ernsthaft darüber, dass Kritiker sich immer nur die einfachsten Ziele aussuchen, nie wahrnehmen, was er tatsächlich leistet?Rauchpause, jetzt. (josi)

21.03 Uhr: Nach einer halben Stunde ist mal wieder das Baby von Henry und Katharina zu sehen. Scheint keine große Rolle zu spielen. Tristan zieht ein, seine Möbel werden per Kran durch das geschlossene Fenster geliefert. Henry: "What da Fuck?" Wir: "What da Fuck?" Josi geht "kurz eine rauchen." 10 Euro, dass er nicht zurück kommt! (tl)

20.56 Uhr: Es gibt durchaus ein Grundschema in Schweigers Romantikkomödien, hörbar im Soundtrack von "Kokowääh" Eins und Zwo. Bei "intensiven" Filmmomenten, zum Beispiel zwischen Vater und Tochter, ertönt emotionales Pianogeklimper der Komponisten Dirk Reichardt oder Martin Todsharow. Den Rest füllt emotionaler Pianoklimperpop von The Script, The Chevin oder Belasco. Und das. Die Ganze. Zeit! (tl)

20.50 Uhr: Ah, Schlüsselszene. Henry/Til gibt den Klischeemann, seine Holde zieht aus und man erntet Lacher. Und gleich noch eine: Den Arthouse-Regisseur guckt niemand, mag niemand, versteht niemand. Überhaupt ist kein Film, der nicht der Unterhaltung dient, ernstzunehmen.

Ich würde gern gehen. Jetzt. In einen Film, in dem niemand lacht und alle sterben. (josi)

20.40 Uhr: Ah, das Problem des aufstrebenden Drehbuchautoren Henry sind also die bösen Kritiker, die immer nur Arthouse wollen... Und Regisseure mit Kunstanspruch, die gegen Unterhaltung sind. Henry ist der Einzige, der im echten Leben steht, mit beiden kurzen Beinen, gebeutelt von den Widrigkeiten des Lebens. Sieht jemand Parallelen zum echten Leben? (josi)

20.36 Uhr: Kokowääh" ist erst wenige Minuten gelaufen, aber die Einführungsgags zünden schon. "Süß!" oder "Wie geil" wird gerufen. Also: Henry (Til Schweiger) und Katharina (Jasmin Gerat) haben jetzt ein Baby. Magdalena (Emma Schweiger) hat Geburtstag. Tristan (Samuel Finzi) ist auch da mit seiner Freundin Nadja (Jana Reinermann). Und Mercedes hat viel gesponsert. Immerhin eine Gemeinsamkeit mit "Die Hard 5". (tl)

20.25 Uhr: Ah, Trailer. Für Filme mit Bier, Explosionen und Sportwagen. Nee, war n Witz. Wo kämen wir schließlich hin, wenn Verbraucherinformationen auf einmal gängigen Geschlechterklischees widersprechen würden. Also doch nur Werbung für Nicholas Sparks und Hochglanz-Remakes mit Leonardo di Caprio und Tobey Maguire. Und weitere romantische Komödien. Bisher entspricht der Abend den Erwartungen. (josi)

20.12 Uhr: Wie bei der "Ladies Night" üblich, gibt es für jede Besucherin einen Prosecco. Also einen lauwarmen Rosé inklusive Strohhalm. Runter damit. Im Saal 1 des Cinemaxx girren gut 800 Ladies. Und fünf handverlesene Männer. Falsch abgebogen auf dem Weg zu "Django" (Das D ist stumm!)? Pärchenabend? Wir wissen es nicht. Auch das Damenfahrrad, das vor der Leinwand steht, gibt uns Rätsel auf. Die Kinoleitung hält eine Einführungsrede. Ah, das Fahrrad wird verlost! Reihe O, Platz 9 gewinnt. EIN MANN! Die Damen protestieren. Oh, what a night! Ach ne, doch kein Mann - eine Frau mit kurzen Haaren. (tl)

19.55 Uhr: Neugierig wie wir sind, haben wir natürlich gleich mal gefragt, warum frau in einen Til-Schweiger-Film geht. Nadine und Celia sind sich einig: Wegen Til Schweiger. Und natürlich auch, weil man lachen kann, traurig sein kann, eine ganze Spannbreite von Emotionen mitfühlen kann. Darauf hoffen wir natürlich auch! (josi)

19.14 Uhr: Mimi. Es gibt doch auch gute Filme mit Til Schweiger. "Der bewegte Mann"... ääh... "Knockin' On Heaven's Door"... oh, doch nicht so einfach... "Was tun, wenn's brennt?"... "Inglorious Basterds"... und in "Bang Boom Bang" hat er noch einen Kurzauftritt. Natürlich sind da auch noch "Far Cry", "Driven" oder "Manta, Manta". Schlimm! Der erste "Kokowääh" rangiert irgendwo dazwischen. Kein Kracher, aber auch keine Katastrophe. Unterhaltung zum Absitzen wie Urlaubsliteratur, die man am Strand so wegliest und liegen lässt, um im Koffer Platz für drei Kilo gefälschte Markenkleidung zu haben. Fragen Sie sich, warum so viele Menschen Bücher von Tommy Jaud kaufen, aber nicht im Regal stehen haben? Eben! (tl)

19.10 Uhr: Im Gegensatz zum Kollegen Lange habe ich mich geweigert, den ersten Teil des Hahns in Wein auch nur anzufassen, geschweige denn auszuleihen oder anzugucken. Und jetzt beschleichen mich langsam Zweifel. Werde ich der Handlung folgen können? Oder wird der filmemacherische Genius des Til Schweiger mich ratlos zurücklassen? Oder werde ich nach "Kokowääh 2" sofort in der Videothek meines Vertrauens alle Erwachsenenfilme mit der Mutter des Angestellten in der Hauptrolle Til-Schweiger-Filme ausleihen, die es gibt? (josi)

19.05 Uhr: Zumindest kenne ich jetzt die Erfolgsformel von "Kokowääh", "Keinohrhasen" oder "Zweiohrküken": Romantische Liebeskomödie trifft süßen Kinderhumor. Ein Double-Double, wie man es im Basketball nennt, des Frauenfilms. Für Männer wäre das wie "Der Soldat James Ryan" mit Lamborghinis statt Tiger-Panzern. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass "Kokowääh" nur knapp 5 Millionen Euro gekostet hat (man sieht es an diversen Schnittfehlern und Fremdmaterial aus Schweiger-Filmen wie "One Way", deswegen klingen Berliner Feuerwehrsirenen wie in New York), aber mindestens das Sechsfache eingespielt - ja, der Til Schweiger macht aus wenig viel. Budget, Mimik... zur Not werden noch Dialogzeilen gemopst, zum Beispiel aus "Pulp Fiction": Henry: "Ich bin schneller zurück, als du Blaubeerkuchen sagen kannst." Magdalena: "Blaubeerkuchen!" (tl)

19.00 Uhr: Um zu wissen, worum es geht, habe ich mir gestern noch "Kokowääh 1" aus der Videothek ausgeliehen. Der Mitarbeiter an der Filmausgabe guckte zwar, als hätte ich nach einem Erwachsenenfilm mit seiner Mutter in der Hauptrolle gefragt, aber gute Recherche verlangt auch Opfer. Kurzer Abriss des Inhalts: Til Schweiger spielt den Drehbuchautoren Henry. Frisch getrennt von Freundin Katharina (Jasmin Gerat), vögelt sich Henry durch seine Sinnkrise. Bis seine leibliche Tochter Magdalena (Tils leibliche Tochter Emma Schweiger) eines Tages vor der Tür steht. Ein niedliches Kukuckskind, das Henry erst nervt, dann sein Herz gewinnt. Zwischendurch gibt es noch Stress mit Magdalenas Ziehvater Tristan (Samuel Finzi), aber am Ende haben sich alle lieb. Oder so. Es ist kompliziert. (tl)

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