21.01.13

Saarbrücken Ehrung für Ballhaus beim Max-Ophüls-Preis

Max Ophüls Filmfestival

Foto: dpa

Max Ophüls Filmfestival

Seit mehr als dreißig Jahren zieht es Filmschaffende und Cineasten im Januar nach Saarbrücken zum Max-Ophüls-Festival.

Saarbrücken. Junges Kino satt: In Saarbrücken ist am Montagabend das 34. Filmfestival Max-Ophüls-Preis eröffnet worden. Zum Auftakt wurde dem legendären deutschen Hollywood-Kameramann Michael Ballhaus (77, "Die Ehe der Maria Braun", "Good Fellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia") der Ehrenpreis des Festivals verliehen. Ballhaus wurde für das Engagement geehrt, das er bei der Ausbildung des Filmnachwuchses an den Tag legt. In seiner Dankesrede appellierte Ballhaus an die jungen Kameraleute, dass für diesen Beruf, "viel Liebe und Leidenschaft" nötig sei.

Der Schweizer Filmkritiker Thomas Binotto verwies in seiner Laudatio auf die zahlreichen Lehraufträge, die Ballhaus in den vergangenen Jahrzehnten wahrgenommen hatte. Ballhaus habe den deutschsprachigen Film – mit all den Kameraleuten, die durch seine Schule gegangen seien – wie kein anderer geprägt. "Mit deiner Leidenschaft fürs Kino bist du auch hier und heute einer der Jüngsten im Saal", sagte Binotto laut seinem vorab verbreiteten Redemanuskript.

Das Saarbrücker Festival beginnt traditionell als erste Veranstaltung dieser Art im Jahr kurz vor der Berlinale und sieht sich als Karrieresprungbrett für Nachwuchsfilmer und -schauspieler.

Das Festival wurde in diesem Jahr mit dem gesellschaftskritischen Streifen "Robin Hood" von Martin Schreier eröffnet. Der spannende Thriller erzählt in düsteren, blau-grauen Bildern vom Doppelleben des Polizisten Alex, der nach dem Zusammenbruch der EU gegen kriminelle Machenschaften einer Bank ermittelt. Dabei schwankt der Titelheld zwischen Rache, Selbstjustiz und Gerechtigkeit.

Im vergangenen Jahr verzeichnete das Festival mit mehr als 42 000 Zuschauern einen Rekord. Bis Sonntag laufen rund 160 Filme, etwa 60 davon im Wettbewerb in den Kategorien Spielfilm, mittellanger Film sowie Kurz- und Dokumentarfilm. 11 der 16 gezeigten Spielfilme werden in Saarbrücken uraufgeführt, darunter der Streifen "Fünf Jahre Leben" von Stefan Schaller über das Schicksal von Murat Kurnaz. Der Deutsch-Türke saß als Terrorverdächtiger unschuldig im US-Gefangenlager Guantánamo ein.