21.01.13

Bühne

Satire bis zum Abwinken auf Hamburgs Bühnen

Götz Frittrang und das Jahresendzeitteam aus Berlin haben hier Premiere, der Hamburger Kabarettist Sebastian Schnoy hat ein Heimspiel.

Von Stefan Reckziegel
Foto: Bodig
Der Kabarettist Sebastian Schnoy reiste durch Europa.
Der Kabarettist Sebastian Schnoy

Hamburg. Der Montag als Schontag? Das war einmal. Mit dieser Art der Arbeitsauffassung lässt sich in unserer schnelllebigen Zeit nichts mehr gewinnen. Davon können Kabarettisten wenn schon kein Lied singen so doch einiges erzählen. Es gibt für Künstler dankbarere Spieltage, zum Auftakt dieser Woche entern jedoch gleich mehrere Satiriker die Hamburger Bühnen.

Im Schmidt, auch 2012 das erfolgreichste Privattheater Deutschlands, sind Hamburger Gastspiel-Premieren am Montag gang und gäbe. Götz Frittrang hat im Haus des roten Plüschs indes schon Duftmarken hinterlassen. Vor zwei Jahren schrammte er dort knapp am Finaleinzug beim Hamburger Comedy-Pokal vorbei, zuletzt war der Wahlberliner bei der "Schmidt-"Wintergala" einer der Comedy-Acts.

Das aus Bamberg stammende Schwergewicht, bereits Gewinner des Nachwuchspreises Passauer Scharfrichterbeil und des Kabarett Kaktus München, ist ein Bühnenberseker - nicht nur im Programm "Wahnvorstellung". Jedoch kann Frittrang bei seinem Kabarett am Rande des Nervenzusammenbruchs sogar mal feinsinnig werden: Verzweifelt eine Mieze mimend, erklärt er, warum Katzen die Todfeinde der Menschheit sind. Grobschlächtiger wird's bei seiner Beschreibung, weshalb man das Kleinkindabteil im Zug besser nur mit Koteletthammer betritt.

Rick Kavanian verlässt sich bei seiner "Egostrip"-Tour auf die Waffen Parodie, Dialekte und Mimik, jedoch ist die Hamburg-Premiere des Comedystars im Tivoli längst ausverkauft.

Ebenso selten in Hamburg, genau einmal im Jahr zum Ende ihrer Tour, ist das Jahresendzeitteam vom "Mittwochsfazit". Die fünf Männer der Berliner Lesebühnenreihe genießen in der Hauptstadt mit ihrem Rückblick aufs abgelaufene Jahr Kultstatus. Die Satiriker um Kleinkunstpreisträger Horst Evers mit seiner unnachahmlichen Alltags-Vorlesekunst und Christoph "Angela" Jungmann als moderierender Kanzlerdarstellerin bieten eine einzigartige Mischung aus Kabarett, Parodien, Lesung und Chanson. Beim traditionellen Gastspiel im Polittbüro müssen nicht nur Merkel, Steinbrück und die Berliner Großflughafen-Pioniere dran glauben, auch Denker wie Gauck oder Grass. Motto: "Mit letzter Tinte: Israel-Kritik aus dem Waffen-FF".

Historisch weiter aus holt Sebastian Schnoy. Der Hamburger Kabarettist und ehemalige Geschichtsstudent tischt sein "Frühstück bei Kleopatra" noch mal im Lustspielhaus auf, in dem sein Soloprogramm vor Jahresfrist Premiere hatte. Mehr als 100 Auftritte hat Schnoy im vergangenen Jahr mit seinem amüsanten Streifzug durch die Weltgeschichte absolviert. Angereichert mit persönlichen Kindheitsanekdoten aus den 70er-Jahren und verbunden mit der Warnung, niemals mehr einem Mann unter 1,67 Meter Körpergröße ein politisches Amt zu geben, wie die fatalen Beispiele Hitler, Stalin und Napoleon zeigten. "Sarkozy ist nur dank seiner hohen Absätze als Demokrat durchgegangen", ätzt Schnoy.

Über das Programm des mit einer Französin verheirateten Hamburgers konnte im Vorjahr auch der luxemburgische Premier Jean-Claude Juncker lachen. Den Noch-Vorsitzenden der Euro-Gruppe traf Schnoy hernach noch im Biergarten. Und das Thema Europa hat den Bestsellerautor ("Smørrebrød in Napoli", "Heimat ist, was man vermisst") auch zu einem dritten Buch inspiriert, das im Mai erscheint.

Zum Start dieser Woche schreibt er indes nicht. "Wenn du den Montag vollkriegst, dann wissen die Veranstalter, dass du auch am Freitag und Sonnabend spielen kannst", sagt Schnoy. Am Wochenende moderiert der Initiator und Ehrenpokal-Preisträger des Hamburger Comedy-Pokals ohnehin wieder bei der elften Auflage des größten deutschen Kleinkunst-Wettbewerbs.

"Wahnvorstellung" HH-Premiere Mo 21.1., 20.00, Schmidt Theater (U St. Pauli), Spielbudenplatz 24, Karten zu 18,50 bis 27,30 unter T. 31 77 88 99

"Egostrip" HH-Premiere Mo 21.1., 20.00 Schmidts Tivoli, ausverkauft!

"Frühstück bei Kleopatra" Mo 21.1., 20.00, Lustspielhaus (U Hudtwalckerstraße), Ludolfstr. 53, Karten zu 19,- (erm. 13,-) bis 24,- : T. 55 56 55 56

Das Jahresendzeitteam vom "Mittwochsfazit" Mo 21.1., 20.00, Polittbüro (U/S Hbf.), Steindamm 45, Restkarten zu 15,-/erm. 10,- unter T. 28 05 54 67 od. an der Abendkasse

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