17.01.13

Film auf Arte

Von Sibirien bis St. Petersburg: der Weg des Wunderheilers

Gérard Depardieu ist die ideale Wahl in der Rolle des grobschlächtigen Rasputin für den französischen Film "Rasputin - Hellseher der Zarin".

Von Christian Detje
Foto: Oleg Kuteinikov/ARTE France
Rasputin   Hellseher der Zarin
Rasputin (Gerard Depardieu) weiß, dass er bald ermordet wird

Cyanid ist ein gründliches Gift. Wer es in ausreichend hoher Konzentration einnimmt, gerät innerhalb von Sekunden in Atemnot. Nach weiteren Sekunden kommt es zum Atemstillstand, gefolgt vom Tod nach weniger als fünf Minuten.

Grigori Jefimowitsch Rasputin, gefeierter Wunderheiler am russischen Zarenhof, ließ das kalt – zumindest der Legende nach. Angeblich reagierte er völlig unbeeindruckt auf die großen Mengen Cyanid, die ihm seine Mörder, allen voran der Prinz Jussupov, im Dezember 1916 in den Wein mixten. Erst nach mehreren Revolverschüssen sei er in sich zusammengesackt.

Längst ist klar, dass die Attentäter diese Geschichte erfunden haben, um sich als heldenhafte Bezwinger eines übernatürlichen Wesens aufzuspielen. Der französische Spielfilm "Rasputin – Der Hellseher der Zarin" hält aber – wohl der Dramatik wegen - an der Legende fest und lässt Rasputin (Gérard Depardieu) sogar trotz durchlöcherter Stirn nochmal zu sich kommen.

Der sibirische Bauer und Wanderprediger gehört seit 1909 zum Hof der tiefgläubigen Zarin Alexandra (Fanny Ardant). Damals hat er ihren an der Bluterkrankheit leidenden Sohn geheilt und sich dadurch ihr unerschütterliches Vertrauen gesichert. Rasputin wird zu einem der engsten Vertrauten Alexandras Und der russische Adel sieht durch Raputin seinen Einfluss auf die Zarenfamilie gefährdet. Der Zar könne es sich einfach nicht leisten, einen Bauerntölpel und Scharlatan nicht nur durchzufüttern, sondern ihm auch noch weitreichende Befugnisse zuzugestehen.

Tatsächlich sucht der Zar Nikolaus II. (Vladimir Mashkov) immer wieder Rasputins Rat, vertraut letztlich aber doch dem vermeintlichen militärischen Feingefühl seiner Generäle, als diese ihn drängen, Russland in den Ersten Weltkrieg zu führen. Kriegsgegner Rasputin ist entsetzt und versucht über seinen Einfluss bei der Zarin zu retten, was zu retten ist. Seine Widersacher aus dem Adel schneiden ihm diesen Weg ab, indem sie die Zarin als Hochverräterin verleumden. Dass Rasputin sich derweil regelmäßig weindurchtränkten Orgien hingibt, kommt ihnen ganz gelegen, ist Nikolaus doch nun endlich gezwungen, Rasputin vom Hof zu verbannen. Doch so leicht wird man den sibirischen Rammbock nicht los.

"Rasputin – Der Hellseher der Zarin" wurde an vielen Originalschauplätzen gedreht – von der frostklaren Taiga Sibiriens bis zum gleißenden Zarenprunk in St. Petersburg. Die Rolle des knorrig-urwüchsigen Rasputin ist Gérard Depardieu auf den Leib geschrieben und passt inhaltlich wie zeitlich hervorragend zu dessen Beantragung der russischen Staatsbürgerschaft.

"Rasputin - Hellseher der Zarin": 18. Januar, 20.15 Uhr, Arte

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