Mi, 09.01.13, 15.38

Missbrauchsvorwurf Klaus Kinski soll seine Tochter Pola missbraucht haben

Foto: AFP

Vor 21 Jahren starb der Schauspieler. Seine heute 60-jährige Tochter wirft ihm im Buch "Kindermund" vor, sie missbraucht zu haben.

Hamburg. Genie und Wahnsinn lagen bei Klaus Kinski dicht beieinander. In seinen Rollen spielte er oft psychopathische Charaktere und schrieb so Filmgeschichte. Wie nah der Mensch Klaus Kinski seinen Rollen war, beschreibt jetzt seine Tochter Pola in einem neuen Buch.

Die heute 60-Jährige wirft ihrem Vater in dem Buch "Kindermund" vor, sie über viele Jahre missbraucht zu haben. In einem Interview mit dem Magazin "Stern" gab Pola Kinski an, ihr Vater habe sie von ihrem fünften bis zum 19. Lebensjahr sexuell missbraucht: "Er hat sich über alles hinweggesetzt. Auch darüber, dass ich mich oft gewehrt habe und gesagt habe: 'Ich will nicht.' Das war ihm egal. Er hat sich einfach genommen, was er wollte."

Zwar lebte Pola Kinski nach der Trennung ihrer Eltern bei ihrer Mutter Gislinde Kühlbeck. Klaus Kinski holte sie aber immer wieder zu sich, je nachdem wo er einen Film drehte, sei es Berlin, Rom oder Madrid, sagte Pola Kinski dem "Stern".

Sie habe das Buch auch geschrieben, um das Bild von Klaus Kinski in ein richtiges Licht zu rücken und seine Vergötterung zu beenden, die nach seinem Tod noch schlimmer geworden sei.

Klaus Kinski erlangte Berühmtheit durch Rollen wie in den Filmen "Fitzcarraldo", "Aguirre, der Zorn Gottes" oder "Nosferatu - Phantom der Nacht". Seine Persönlichkeit und seine besonders emotionale Beziehung zum Regisseur Werner Herzog wurden in dem Dokumentarfilm "Mein liebster Feind" thematisiert.