22.12.12

Konzert im Klubsen Eljot Quent - "Sommer in der City", mitten im Winter

Foto: Robin Hinsch/Audiolith

Badabing, das Jahresabschluss-Konzert von Eljot Quent und Neonschwarz im Hamburger Klubsen: Ein Sprechgesang-Fest der alten Schule.

Hamburg. Ein Jungbrunnen von einem Konzert: Schon Neonschwarz befleißigen sich der alten Tugenden von Sprechgesang und Plattendreherei. Zusammen mit dem politischen Sturm und Drang des Audiolith-Acts kommen wir uns schnell jünger vor als die Jahre, die der unbestechliche Personalausweis verzeichnet. Zumindest, bis wir uns genauer umschauen am Freitag im Klubsen.

Der (leider nur) zu knapp drei Vierteln gefüllte Club bevölkert sich mit überwiegend blutjungem Publikum. Eigentlich schön zu sehen, dass es immer noch Fans der Sorte Rap gibt, für die Hamburg in den 90ern mal berühmt war. Doch das gerade der Schule erwachsene Volk macht uns Mittdreißigern (ja, angeblich kann man noch viel, viel älter werden) schmerzhaft die eigene Sterblichkeit bewusst. Aber egal.

Denn die Jungs auf der Bühne lassen dermaßen die Kuh fliegen, dass Nebensächlichkeiten wie Alter, Größe, Geschlecht schnell... nunja... nebensächlich werden. Eljot Quent, das ist Samy, das ist Jan, das ist Tobi, ist Bo. Ohne einfach Kopie zu sein. Die Anleihen sind klar erkennbar, aber die Herren bringen ihren eigenen Twist ganz nonchalant mit unter.

Und am Ende das Konzerts, im Übergang zur Aftershowparty, ist sehr klar: Nicht nur Eljot Quent, sondern auch die Fans der Herren sind "Derbe drauf". Da schreien auch unsere "alten" Knochen nach mehr. Mal schauen, wann sie um kontrollierte Horizontale betteln...