20.12.12

Kinostart 20.12.2012

"Die Abenteuer des Huck Finn": Der Fluch des Schatzes

Regisseurin Hermine Huntgeburth hat auf Basis des Mark-Twain-Klassikers ein packendes Erzähldrama über das Erwachsenwerden abgeliefert.

Von Frank Arnold
Foto: dapd
Kinderdienst: Die Abenteuer von Huck Finn kommen ins Kino
Auf der Flucht: der Sklave Jim (Jacky Ido) und Huck Finn (Leon Siedel).

Huck Finn hat die Schnauze voll vom Leben als gemachter Mann, er sehnt sich zurück nach Ungebundenheit, nach der Freiheit, die er einst besaß, als er noch keinen festen Wohnsitz hatte und, anders als sein Freund Tom Sawyer, auch nicht zur Schule gehen musste. Also beschließt er fortzulaufen aus der Obhut der Witwe Douglas. Auch der Sklave Jim will fort, seit er seine Frau und Tochter wiedergesehen hat, versklavt wie er selber. Er will in den Norden des Landes, wo es keine Sklaverei mehr gibt. "Die Abenteuer des Huck Finn" können beginnen.

Die beiden Flüchtlinge unterstützen sich gegenseitig, was auch bitter nottut, denn Jim hat ein Trio von Sklavenjägern auf seiner Fährte und Huck seinen Vater, der plötzlich wieder aufgetaucht ist und teilhaben will am Reichtum seines Sohnes, den dieser dem Schatz verdankt, den er Indianer-Joe entriss. Die Allianz, die Hucks Vater mit den Sklavenjägern eingeht, ist allerdings eine ungleich risikoreichere als die von Jim und Huck: Wenn es um Reichtum geht, sind diese Galgenvögel schnell bereit, jeden ihrer Partner zu opfern - schließlich bleibt dann umso mehr für sie selber übrig. An der auf Jim ausgesetzten Kopfprämie ist auch noch das Gaunerduo König und Herzog interessiert, so wird es schließlich eng für Jim und Huck, die ihr "Leben auf dem Mississippi" (so der Zusatztitel der Romanvorlage von Mark Twain) kaum genießen können.

Die Fortsetzung von "Tom Sawyer" ist eine eher dramatische Erzählung über das Erwachsenwerden, in der Huck auch begreift, was es bedeutet, Sklave zu sein. August Diehl (mit struppigem Vollbart) porträtiert Hucks Vater als zwiespältige Figur - brutal, aber auch voller Anerkennung für die Gewitztheit seines Sohnes, während Jacky Ido (der seine Dialoge übrigens selber auf Deutsch spricht) als Sklave Jim für die unerschütterliche Menschenwürde steht. Wie der Roman ist auch der Film erwachsener als sein Vorgänger.

Bewertung: empfehlenswert

"Die Abenteuer des Huck Finn" D 2012, 95 Min., ab 6 J., R: Hermine Huntgeburth, D: Leon Seidel, Jacky Ido, August Diehl, Henry Hübchen, im Abaton, Cinemaxx Dammtor/Harburg, Koralle-Kino, UCI Mundsburg/Othmarschen/Wandsbek, Zeise; www.huckfinn-film.de

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