06.12.12

"Financial Times Deutschland" Letzter Produktionstag der "FTD": "Die Stimmung ist seltsam"

Germany Newspaper Closure

Foto: dapd

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Wut und Trauer prägen die Atmosphäre. Betriebsrätin kritisiert die Informationspolitik von Gruner + Jahr. Für viele sei die Zukunft "unklar".

Berlin/Hamburg. Am Produktionstag der letzten Ausgabe der "Financial Times Deutschland" herrscht in der Redaktion Wut, Trauer und Freude. "Die Stimmung ist seltsam", berichtete die Betriebsrätin Maike Rademaker am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd.

"Uns ist schon klar, dass es jetzt zu Ende geht, aber es freuen sich auch alle auf das Fest am Freitag", sagte die in Berlin tätige "FTD"-Redakteurin weiter. Alle Mitarbeiter, inklusive der Auslandskorrespondenten würden sich dann bei einer Abschlussparty in einem Saal in Hamburg treffen.

Zugleich kritisierte Rademaker die Informationspolitik des Verlages Gruner + Jahr. "Neben Trauer und Feiern ist da auch die Wut, wie mit uns umgegangen wird", sagte die Journalistin. Viele Kollegen wüssten nicht, ob es für sie eine Zukunft im Verlag gebe. "'Unklar' ist da noch ein zarter Ausdruck für", sagte Rademaker und fügte an: "Wenn man eine Zeitung zumacht, dann sollte man wissen, wie man sie zumacht." Dafür habe Gruner + Jahr mehrere Wochen Zeit gehabt.