29.11.12

Konzert in der Sporthalle

The XX: Es ist alles so schön dunkel hier

The XX, mit dem neuen Album "Coexist" unterwegs, geben ein pointiertes, wunderbar sehnsuchtsvolles Konzert in der Sporthalle.

Von Annette Stiekele
Foto: pa/HERBERT P. OC/www.picturedesk.com
FREQUENCY 2012: THE XX
Romy Madley Croft heißt die Dame, The XX (Archivbild) die Band: Ihr düsterer Sound erfreut sich derzeit großen Zuspruchs

Hamburg. Die Sporthalle bleibt eine zu 100 Prozent charmefreie Zone. Nur bei ziemlich rigider Verdunkelung erträglich und bei sehr entschlossen entworfener Musik. The XX, diese drei blassen wahnsinnig erfolgreichen Menschen Anfang 20 aus dem Süden Londons brachten nun ein wenig Glanz hinein.

Wie immer konzentrieren sie sich aufs Wesentliche. In schöner, durchchoreografierter blau leuchtender Strenge. Jamie XX, dieser selten aufblickende Tastennerd breitet einen tollen, dumpfen Klangteppich aus, darüber zucken ein paar düster hingetupfte Gitarrenakkorde von Oliver Sim und Romy Madley Croft.

Ob "Fiction", "Reunion", "Tides" vom zweiten Album "Coexist", immer wieder hält das Duo mit seinen markanten und so wenig jugendlichen Stimmen wunderbare Zwiesprache. Eine große Multimediashow braucht diese Band nicht. Nur ein paar abstrakt verfremdete Sehnsuchtsstriche, die sich zu dem Shoegaze-Appeal dieser verwunschenen Musik fügen. Nicht nur die Songtitel sind knapp, auch die Songs selbst. Und nach 90 Minuten ist der Spuk vorbei. Schön war's.

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