29.11.12

Rudolf-Steiner-Haus

"Momo": Die eigenen Füße zeigen den Weg

Dritt- und Viertklässler der Farmsener Erich-Kästner-Schule tanzen ihre Choreografie zu "Momo" im Rudolf-Steiner-Haus.

Von Tom R. Schulz
Foto: HA/A.Laible
Momo  Tanztheaterfassung Modellprogramm fuer kreative Schulen
Grundschüler der Erich-Kästner-Schule tanzen "Momo"

Hamburg. "Kinder und Jugendliche nachhaltig für Kunst und Kultur zu begeistern" ist das erklärte Anliegen der Initiative "Kulturagenten für kreative Schulen", die mit Mitteln der Kulturstiftung des Bundes und der Stiftung Mercator über einen Zeitraum von vier Jahren hinweg eng mit allgemeinbildenden Schulen zusammenarbeitet. Derzeit profitieren fünf Bundesländer von diesem Programm, in Hamburg beteiligen sich 24 Stadtteilschulen. Heute sind erstmals öffentlich künstlerische Ergebnisse des Projekts zu sehen. 40 Dritt- und Viertklässler der Erich-Kästner-Stadtteilschule Farmsen zeigen im Rudolf-Steiner-Haus am Mittelweg mit "Momo" ihre behutsam von Profis gelenkte Choreografie zu Michel Endes Kinderbuch-Klassiker. Musikalisch begleitet wird die Aufführung von vier Musikern des Ensemble Resonanz.

"Ihr wollt das Beste zeigen, das eure Eltern je gesehen haben!", ruft der Initiator und Lehrer Detlef Peglow, 46, den Kindern vor der Generalprobe am gestrigen Mittwoch zu. Gemeinsam mit den Tanzpädagoginnen Pepita Carstens und Lena Röttgers hat Peglow eine auf 20 Spielminuten verschlankte Fassung des Stoffs erarbeitet, zu der die Kinder im Wesentlichen ihren eigenen Bewegungsimpulsen folgen. "Klar, der Film 'Rhythm Is It' war auch bei uns die Initialzündung", sagt Peplow. "Aber angepasst an das Alter der Kinder beruht alles auf ihren eigenen Ideen." Tatsächlich hebt sich "Momo" in seiner verspielten Eigenart angenehm von Royston Maldooms streng durchchoreografierten Arbeiten ab.

Nicht Dressur und Akrobatik stehen im Vordergrund, sondern die Entwicklung eines Gefühls dafür, was sich mithilfe des tanzenden Körpers ausdrücken lässt - ein Herbstblatt, das auf dem Boden liegt und dann vom Wind fortgeweht wird, Schufterei, Freude. Es gibt die grauen Männer, die den bunt angezogenen Kindern die Zeit stehlen, und es gibt eine sehr eindrucksvolle Momo.

Die Musiker des Streichquartetts spielen dazu eine Mischung aus gefälligen und harschen Klängen - etwa die "Air" von Bach, die in Kratzen und Schaben und Knirschen entgleist, auch neue Musik von Javier Alarez oder Phil Kline. Zum rhythmisch packenden Quartettsatz "Hardwood" von John King, einem Fest der Dissonanz, rauchen die kleinen grauen Herren pantomimisch Kette und treten barfuß ihre Kippen aus. Die Choreografie vermeidet bewusst, Rhythmen und Motive der Musik in Tanz zu übertragen. Sie bleiben zwei autonome Sphären, die einander berühren. In der ersten Hälfte der Vorstellung spielen die Musiker die Stücke, die später in der Choreografie zu hören sind. "Zweimal hören war da durchaus Vorbild", sagt Peglow. Für viele Eltern sei "Momo" der womöglich einzige Kulturtermin im Jahr.

"Momo", heute, 18.00, Rudolf-Steiner-Haus (Bus 109), Mittelweg 11-12, Eintritt 2,50

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