19.11.12

Altona Experten beraten über Reform der Museumsstruktur

Prozess wegen Diebstahls des Stoertebeker-Schaedels

Foto: dapd

Im Altonaer Museum trafen sich am Montag Vertreter mehrerer Hamburger Museen, um sich über Reformbemühungen auszutauschen.

Hamburg. Nachdem es bei der letzten Kulturausschuss-Sitzung über die nächsten Schritte einer Museumsstrukturreform zum Eklat gekommen war, setzte sich das Rätselraten über richtige Wege mit einer kurzfristig einberufen Experten- und Betroffenenbefragung fort: Mehr als ein Dutzend Vertreter vieler Häuser und Freundeskreise waren am Montag in den Galionsfigurensaal des Altonaer Museums geladen worden, um ihre Standpunkte zu erklären.

Lisa Kosok, hamburgmuseum-Direktorin, bezeichnete die Reformbemühungen mitsamt der Herauslösung von Bergedorf sowie dem Helms-Museum aus dem bisherigen Stiftungsverbund als die "Aufgabe der Idee einer gemeinsamen Arbeit". Ex-Kulturstaatsrat Gert Hinnerk Behlmer betonte nicht zuletzt auch als Fürsprecher eines Hafenmuseums: "Die Geschichte der Stadt wird an verschiedenen Orten erklärt, und das ist auch gut so." Ein weiterer Aspekt der Problematik, an den Behlmer erinnerte: "Alle Organisationsfragen sollen nicht davon ablenken, dass keine auskömmliche Finanzierung vorhanden ist."

Der Bergedorfer Bezirksamtsleiter Arne Dornquast versprach, man könne die dortigen Häuser in der bisherigen Qualität weiterführen. Harm Reese vom Freundeskreis der Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH) sagte zu den Risiken der geplanten Herauslösung: "Wir wissen nicht, wohin die Reise geht, das ist eine große Wundertüte für Bergedorf. Die Leitung hat keinen wissenschaftlichen Sachverstand. Woher auch?"

Auch Helmut Sander, derzeitiger SHMH-Chef, ist skeptisch und zerstörte mit einem einzigen Satz viele Vorstellungen der momentanen Kulturpolitik: "Eine kostenneutrale Herauslösung der Häuser ist nicht möglich." Er beschloss seine ersten Ausführungen mit dem wahrscheinlich frommen Wunsch, auch einmal "reformfreie Zeiten zu erleben, um richtige Museumsarbeit leisten zu können".

((jomi))