08.11.12

Kinostart: 08.11.12 "Camp 14"- Leben und Sterben im Todeslager

Foto: Real Fiction

Die wahre Geschichte von Shin Dong-Hyuk, der 1983 in Camp 14, einem nordkoreanischen Lager - geboren wird.

Die wahre Geschichte von Shin Dong-Hyuk, der 1983 in Camp 14, einem nordkoreanischen Todeslager, als Sohn politischer, zwangsverheirateter Gefangener geboren wird, dort aufwächst und als angeblicher Mitwisser eines geplanten Fluchtversuchs seiner Mutter und seines Bruders grausam gefoltert und verstümmelt wird. Erst 2005, mit 22 Jahren, gelingt ihm über China die Flucht nach Südkorea.

Der Dortmunder Dokumentarfilmer Marc Wiese erfuhr von diesem Schicksal aus einem Artikel in der "Washington Post", geschrieben von Blaine Herden und mittlerweile auch in Deutschland als Buch mit dem Titel "Flucht aus Lager 14" erschienen. Wiese gelang es, das Vertrauen des Koreaners zu gewinnen. Shins Schwierigkeiten, sich seiner Erinnerung zu stellen, werden stets deutlich, nur mühsam kann er, auf einer Treppe kauernd, das Erlebte in Worte fassen, muss immer wieder pausieren. Für die Welt im Camp gibt es keine Bilder, Nordkorea leugnet die Existenz derartiger Todeslager.

Und so hat Wiese den Bericht Shins mit schlichten grauen AniDoc-Zeichnungen des Iraners Alireza Darvish unterlegt. Das Ergebnis ist ein ergreifender Dokumentarfilm, der in einem Wechsel aus beklemmenden Gesprächspassagen und Animationen eine unfassbare, von Gewalt und Misstrauen geprägte Leidensgeschichte erzählt. Interviews mit einem ehemaligen Lagerchef und einem Geheimpolizisten, die nach Südkorea geflohen sind und nun erzählen, wie sie folterten, vergewaltigten und töteten, ergänzen "Camp 14" zur Anklage einer menschenverachtenden Diktatur.

Bewertung: überragend

"Camp 14 - Total Control Zone" D 2011, 104 Min., ab 12 J., R: Marc Wiese, täglich im 3001; www.camp14-film.com

((mira))