07.11.12

Betrugsvorwurf Kastelruther Spatzen wehren sich mit Live-Auftritt

"Musikantenstadl" aus Linz - Generalprobe

Foto: pa/dpa

"Musikantenstadl" aus Linz - Generalprobe Foto: pa/dpa

Am Sonnabend wollen es die Kastelruther Spatzen nach den Vorwürfen den Kritikern zeigen: Beim Musikantenstadl spielen und singen sie live.

Nittendorf. Die Volksmusik-Band Kastelruther Spatzen wehrt sich vehement gegen die Betrugsvorwürfe. Die für die CD-Aufnahmen engagierten Studiomusiker seien im Impressum jedes CD-Booklets namentlich erwähnt, teilte der Manager Helmut W. Brossmann am Mittwoch in Nittendorf bei Regensburg mit. Auch die zusätzlichen Stimmen bei Choraufnahmen seien aufgeführt worden.

Der ehemalige Produzent der Kastelruther Spatzen, Walter Widemair, hatte den Schunkel-Stars in einem Zeitungsbericht Betrug vorgeworfen, weil Sänger Norbert Rier auf weiten Teilen der Platten von Studiomusikern statt von den echten Spatzen begleitet wurde. Band und Plattenfirma hatten dies als gängige Praxis bestätigt. Der Manager vermutete hinter den Vorwürfen wirtschaftliches Kalkül. Widemair suche lediglich Werbung für sein Buch, hieß es in der Erklärung weiter. In fast 30 Jahren hätte die Band auf allen Tourneen immer alles live gesungen und gespielt.

Bereits an diesem Sonnabend können die Volksmusiker bei ihrem Auftritt im Musikantenstadl in Innsbruck vor einem Millionenpublikum beweisen, dass an den Vorwürfen nichts dran ist. "Die Kastelruther Spatzen haben darum gebeten, live zu spielen. Damit wollen sie ihren Fans und Kritikern zeigen, dass sie Vollblutmusiker sind", sagte die Unterhaltungschefin des Bayerischen Rundfunks, Annette Siebenbürger, am Mittwoch in München. Bei Shows dieser Größenordnung sei es eigentlich üblich, Halbplayback zu spielen. Dabei wird die Musik vom Band eingespielt und die Künstler singen live. Die Eurovisionsendung wird am 10. November um 20.15 Uhr in der ARD ausgestrahlt.

Auch um ihre insgesamt 13 Echos müssen die Kastelruther Spatzen nach den Vorwürfen nicht fürchten. Eine mögliche Aberkennung stehe außer Frage, erklärte die Deutsche Phono-Akademie am Mittwoch in Berlin. Auf Basis der vorliegenden Fakten bestehe dazu kein Grund. Der Echo versteht sich als deutsche Antwort auf die Grammys und die Brit Awards. Er wird seit 1992 verliehen. Es gibt 27 Kategorien. Veranstalter ist die Deutsche Phono-Akademie, das Kulturinstitut des Bundesverbandes Musikindustrie.

(dpa)