07.11.12

Nach der US-Wahl

"Alptraum abgewendet" – Erleichterung in der Kulturszene

Auch Hamburgs Ballett-Intendant John Neumeier freut sich über die Wiederwahl Obamas: dessen "inspirierende Rede" habe ihn begeistert.

Foto: AFP
Über die Wiederwahl Barack Obamas freuen sich auch deutsche Kulturschaffende
Über die Wiederwahl Barack Obamas freuen sich auch deutsche Kulturschaffende

Berlin/München/Hamburg. Kulturschaffende in Deutschland haben sich erleichtert über die Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama geäußert. Zugleich verbinden sie große Hoffnungen mit der zweiten Amtszeit des Präsidenten.

PEN-Chef Johano Strasser begrüßte Obamas Sieg. Die Wahl sei sehr wichtig für die weitere Entwicklung der USA, sagte der Präsident der Schriftstellervereinigung. "Wir haben gesehen, wie ungeheuer schwer es ist, in den USA für uns in Europa selbstverständliche Dinge wie eine allgemeine Gesundheitsversorgung durchzusetzen. Obama braucht eine zweite Amtszeit. In der zweiten Amtszeit wird er weniger Rücksicht auf schwierige Wählergruppen nehmen müssen, weil er nach der amerikanischen Verfassung ja nicht noch einmal zur Wahl antreten kann."

Strasser sagte, er sei besorgt über die "ungeheure Aggressivität in der politischen Auseinandersetzung" und den "Verfall der politischen Kultur" in den USA. "Ich hoffe, dass die Wahl Obamas mit dazu beitragen kann, dass wieder ein Klima entsteht, in dem Menschen unterschiedlicher Meinung sein können, ohne dass sie sich gegenseitig die Menschlichkeit absprechen." Für die Europäer sei der Umgang mit einer Regierung Obama leichter als es mit einer Regierung seines Herausforderers Mitt Romney gewesen wäre, meinte Strasser.

Der Präsident der Berliner Akademie der Künste, Klaus Staeck, sagte: "Meine Freude über das Wahlergebnis und die Chance für Barack Obama, seine Arbeit fortzusetzen, ist groß. Er sollte den Kampf mit der destruktiven Macht der Märkte aufnehmen, die dabei sind, das gesellschaftliche Gleichgewicht aufs Spiel zu setzen und die Demokratie auszuhöhlen."

"Ich erwarte von Obama, dass der Schutz der Natur endlich die politische Bedeutung erfährt, die notwendig ist, um die drohende Klimakatastrophe abzuwenden, und hoffe, dass das traditionell gute Verhältnis zwischen den USA und Europa nicht dem neuen Blick in Richtung Pazifik zum Opfer fällt", ergänzte Staeck.

Schriftsteller Martin Walser zeigte sich ebenfalls angetan. "Wir, das heißt die Europäer, können froh sein, dass Obamas Wahl vor vier Jahren kein politischer Zufall war, sondern ein Beweis dafür, dass die USA wirklich auch eine große Demokratie sind", sagte der 85-Jährige. "Ich hoffe, dass er jetzt stark genug ist, in Afghanistan aufzuhören, so dass auch wir aus diesem unseligen Unsinn herauskommen."

Hamburgs Ballett-Intendant John Neumeier freut sich über die Wiederwahl von Obama. "Ich bin sehr erleichtert über den Ausgang der Wahl und den Sieg Barack Obamas", sagte der 70-Jährige gebürtige Amerikaner am Mittwoch. Ihn habe vor allem Obamas "inspirierende Rede" nach der Wahl begeistert. "Ich hoffe, dass er seine Versprechen jetzt in der zweiten Amtszeit mit viel Kraft verwirklichen kann, trotz der hohen Komplexität des amerikanischen Systems."

Reaktionen auf die Wahl
  • Angela Merkel (CDU)

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat US-Präsident Barack Obama nach seiner Wiederwahl gratuliert und ihn nach Deutschland eingeladen.  „Sehr geehrter Herr Präsident, zu Ihrer Wiederwahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gratuliere ich Ihnen sehr herzlich.

     Wir haben in den vergangenen Jahren eng und freundschaftlich zusammengearbeitet. Unsere zahlreichen Begegnungen und Gespräche über alle Fragen zur Weiterentwicklung der deutsch-amerikanischen und der transatlantischen Beziehungen, nicht zuletzt aber auch über die Bewältigung der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, über unser gemeinsames Engagement in Afghanistan oder das iranische Nuklearprogramm schätze ich außerordentlich.

     Ich freue mich darauf, dies fortsetzen zu können, damit unsere beiden Länder auch weiterhin Seite an Seite die wichtigen außenpolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen, vor denen wir als Freunde und Verbündete stehen, gemeinsam meistern können.

     Es wäre mir eine Freude, Sie bald wieder als meinen Gast in Deutschland begrüßen zu können.

     Für die vor Ihnen liegende zweite Amtszeit wünsche ich Ihnen weiterhin viel Kraft und Erfolg.”

  • Joachim Gauck

    Der Bundespräsident in einem Glückwunschschreiben an Barack Obama heißt es unter anderem:  „Sehr geehrter Herr Präsident,

     Zu Ihrer Wiederwahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gratuliere ich Ihnen, auch im Namen meiner Landsleute, sehr herzlich.

     Unsere Länder sind einander auf der Grundlage gemeinsamer Werte, der Freiheit, der Menschenrechte und der Demokratie, fest verbunden. Sie sind das Fundament der langjährigen Freundschaft zwischen beiden Staaten und Völkern. Nie werde ich vergessen, dass die Vereinigten Staaten von Amerika uns Deutschen unverbrüchlich zur Seite standen, wann immer es um die Freiheit und Einheit unseres Landes ging.

     Als Partner gleicher Werte und Überzeugungen tragen wir gemeinsam Verantwortung in unserer einen Welt, auch über die Grenzen unserer Länder hinaus. Wir sind gefordert, die globalen Herausforderungen und Bedrohungen für Freiheit, Frieden, Wohlstand und unsere Umwelt anzunehmen. Dazu wird Deutschland an der Seite der Vereinigten Staaten von Amerika auch weiterhin verlässlich seinen Beitrag leisten.

     Für die vor Ihnen liegenden Aufgaben wünsche ich Ihnen Glück, Erfolg und Gottes Segen.” 

  • Guido Westerwelle (FDP)

    Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hofft nach der Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama auf neue Impulse in der Abrüstung sowie für eine weitere Liberalisierung des Welthandels. „Bei der Abrüstungspolitik muss noch mehr passieren“, sagte Westerwelle in der Nacht zum Mittwoch in New York. Die „Gunst der Stunde“ müsse nun genutzt werden. Zugleich plädierte er für „mehr Freihandel“ zwischen Europa und den USA.

  • Frank-Walter Steinmeier (SPD)

    SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier begrüßte die Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama: „Meine Befürchtung war, dass ein Präsident Romney ein ohnehin gespaltenes Land eher weiter auseinander treibt“, sagte er. Obama habe das Potenzial, die unterschiedlichen Interessen, Schichten und Ethnien in dem Land zusammenzuführen. Man dürfe nicht unterschätzen, was Obama bislang geschafft habe. „Eine Gesundheitsreform in den USA ist eine kleine Revolution.“ Die Hoffnungen in Obama seien aber vielleicht nicht mehr ganz so „überirdisch“ wie bei seiner ersten Wahl vor vier Jahren.

    Er forderte Europa auf, mehr für die transatlantischen Beziehungen zu tun. „Wir haben ein Interesse daran, dass die Europäer wichtig bleiben, deshalb müssen wir auch mehr investieren in diese Zusammenarbeit über den Atlantik hinweg“,

  • Anders Fogh Rasmussen

    Der Nato-generalsekretär lobte die„herausragenden Führungsqualitäten bei der Aufrechterhaltung dieses wichtigen Bündnisses“ Obamas.

  • David Cameron

    „Herzliche Glückwunsche an meinen Freund Barack Obama“, twittert der britische Premierminister David Cameron. „Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit.“

  • Mike Huckabee

    Kurz nach der verlorenen Wahl schimpfte der ehemalige Präsidentschaftsanwärter über die „erbärmliche Minderheitenpolitik” seiner Partei, an der diese nun arbeiten müsse. „Das ist eine Gruppe, die eigentlich bei uns Konservativen sein müsste. Aber die Republikaner haben gehandelt, als könnten sie diese Wählergruppe ohnehin nicht gewinnen und es gar nicht versucht. Und deshalb haben sie sie auch nicht bekommen.“

  • Jose Manuel Barroso

    EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso twittert mit ähnlicher Wortwahl: „Herzlichen Glückwunsch, ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit und auf noch engere Beziehungen.“

  • Papst Benedikt XVI.

    Der Papst gratulierte Obama. Er bete um Gottes Hilfe, ihn in seiner höchsten Verantwortung den USA und der internationalen Gemeinschaft gegenüber beizustehen. Obama solle sich vor allem für den Respekt fundamentaler menschlicher und spiritueller Werte einsetzen und eine „Kultur des Lebens und der religiösen Freiheit” fördern.

  • Benjamin Netanjahu

    Der israelische Ministerpräsident erklärte nach Obamas Siegesrede, die strategische Allianz zwischen den USA und Israel sei „stärker denn je“. Er werde weiterhin mit Obama zusammenarbeiten, um die Interessen durchzusetzen, „die für die Sicherheit der israelischen Bevölkerung entscheidend sind“.

  • Nikki Reed

    „Twilight“-Schauspielerin Nikki Reed (24) freute sich auf Twitter: „Amerika! Wir haben es geschafft! Obama!“

  • Heidi Klum

     Model Heidi Klum (39) hatte an den Wahlen teilgenommen. „Ich habe zum zweiten Mal in Amerika gewählt“, sagte Klum als Gast in der „Ellen DeGeneres“ Fernsehshow, ohne aber zu verraten, wer ihre Stimme bekommen hat. Gerade rechtzeitig zu den Wahlen vor vier Jahren hatte sie ihre Staatsbürgerschaft und damit auch das Wahlrecht erhalten.

  • Cher

    „Ich bin so froh! Das ist eine der besten Nächte meines Lebens! Tränen laufen über mein Gesicht!“, twitterte Pop-Star Cher (66).

  • La Toya Jackson

    Sängerin La Toya Jackson (56) gratulierte Obama zu seinem Wahlsieg. „Vier weitere Jahre! Der beste Mann hat gewonnen!“, tat sie ihren Twitter-Anhängern kund.

  • Katy Perry

    „Alles in Butter!“, jubelte Sängerin Katy Perry (28). Sie hatte sich im Wahlkampf mit Auftritten für Obama stark gemacht.

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