02.11.12

Konzertkritik

The Revival Tour - oder einfach nur ungezähmtes Talent

Chuck Ragan und seine neun Mitstreiter verwandelten am Freitagabend das Hamburger Übel&Gefährlich in einen Saloon des 21. Jahrhunderts.

Von Lars Gesing
Foto: JAZZ ARCHIV HAMBURG
The Revival Tour - Konzert am 05.10.2011 in Hamburg, Gruenspan
The Revival Tour spielten am Freitagabend im Übel&Gefährlich (Archivbild)

Hamburg. Manchmal hat man einfach diese Ideen. Der Geistesblitz als Grundlage alles Großen. 2008 hatte Chuck Ragan einen solchen Moment. Mit seiner Band Hot Water Music war der Gitarrist gefangen in den Niederungen des knallharten Musikbusiness. Ein Ausweg sollte her. Nicht etwa der ganz große Erfolg. Nicht unbedingt zumindest.

Genau eine Frage stellte er sich: Die nach der Essenz seines Schaffens. Der Profi fand zurück zu seinen eigenen Werten, Normen, Idealen. Geselligkeit, Selbstverwirklichung, Zwanglosigkeit.

Es war die Stunde Null der Idee von "The Revival Tour". Seither orchestriert er ein Ensemble von Musikern, das das Eine verbindet: Die Musik. 2011 kamen Ragan und einige befreundete Songwriter erstmals gemeinsam nach Europa, auch in Hamburg machten sie Statiom. Was bis dato in den Staaten funktionierte, war jetzt auch international anwendbar.

Also stellte Ragan auch 2012 ein zehnköpfiges Sammelsurium an Musikern zusammen. Von Akustikgitarre über Kontrabass, Geige und Violine bis hin zum Banjo - als Bigband des Bluegrass verwandeln sie seither wieder regelmäßig Klubs und Konzerthallen in Saloons des 21. Jahrhunderts. Bei bloßem Gefiedel bleiben die Zehn aber nicht stehen. Dazu steht auf dieser engen Bühne im Ballsaal des Übel&Gefährlich viel zu viel Talent. Country, Western, Bluegrass, Folk, bisweilen gar Spuren des Punkrocks. Immer dann, wenn Ragan selbst brachial ins Mikrofon brüllt und dazu auf seine Gitarre eindrischt, bis der Schweiß vom Griffbrett tropft, erlebt das Publikum das ganze Potenzial der Revival Tour.

Unterstützt von einem fünfköpfigen Streichquartett geben sich sowohl Ragan als auch Emily Barker, Cory Branan, Jay Malinowski (im Alltag mit Bedouin Soundclash unterwegs) und Rocky Votolato jeweils für ein gut halbstündiges Soloset her, wobei letztlich doch immer irgendwer mit irgendwem Geige, Kontrabass und Gitarre wechselt. Zum Aufwärmen und als schon alle heiser sind nochmal für einige abschließende Songs stehen sie gemeinsam auf der Bühne, lassen irgendwann die Instrumente ruhen, singen einen amerikanischen Shanty - Acapella.

So ist The Revival Tour weit mehr als eine bloße Ansammlung abgehalfterter Künstler. Es ist vielmehr die Abkehr einer neuen Generation Musiker von den Zwängen des Business und eine Rückkehr zu musikalischen Grundwerten. Das alle Zehn dabei ihre ganz eigene, ganz moderne Note einbringen, macht das Projekt schließlich zu einem echten Momentum der Genialität.

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