28.10.12

Gruenspan

The Sinderellas - Musikalischer und erotischer Fantasie-Trip

The Sinderellas präsentieren ihr Album "Secrets & Sins" in einer pikanten Mischung aus Burlesque-Show und Popkonzert.

Von Klaus Witzeling
Foto: DPA

The Sinderellas vor der Premiere ihrer Burlesque-Show "Secrets & Sins" im Hamburger Gruenspan

6 Bilder

Hamburg. Feuer tat beim Kälteeinbruch not. Fackelträger, nackte Brust unter der Lederjacke, empfingen vor dem Gruenspan die Premierengäste zur Live-Show "Secrets & Sins". Da die Sünde bekanntlich süß ist, boten im Foyer knackige Cigarette-Girls reichlich Drinks, Nasch- und Rauchwerk an. Eine Schöne im Schaumbad gab sich belesen mit Buch und Oscar Wilde: "Versuchungen sollte man nachgeben. Wer weiß, wann sie wieder kommen."

The Sinderellas lassen denn auch nichts unversucht. Auf sinnliche Verführung der Zuschauer mit allen Stilmitteln des Burlesque-Tanzes zielt ihr von Jan Christof Scheibe inszeniertes Album-Release-Konzert "Secrets & Sins". Das Damen-Quintett präsentiert zu Paraden in scharfen Korsetts und Glitzerpumps aller Spielarten von streng bis verspielt die Songs mit so tiefsinnigen Titeln wie "Meine Mama pflegte mir zu sagen", "Tanzen durch die Nacht" oder "Oh La La" (zu entsprechend anzüglicher Gestik). Der ideale Schlafzimmer-Pop. Zum Aufwärmen, Träumen oder postkoitalem Abschlaffen. Dabei bleiben die Fünf stets cool, clean und ziemlich angezogen in ihren Hauttrikots mit oder ohne Tatoo-Applikationen.

Miss "Dramaqueen" Nathalie Tineo ist die starke Stimme der Gruppe, singt auch die meisten Lieder mal rockig, mal mit satten Soulanklängen. Ihre Schwestern gleichen das Manko an Stimmband-Power mit Körpern und (mal opulenten, dann wieder sparsamen) Kostümen aus. Lily of the Valley gibt im schwarzen Lackröckchen die Domina-Küchenfee am Herd und peitscht den Teig für ihre zwischen den Schenkeln parfümierten Liebeskekse. Mit wahrhaft paradiesisch schönen Formen ist Eden gesegnet. Sie haucht und stöhnt "Sweet Bread And Whips" und vereinigt sich dabei im Video-Schattenspiel mit einem Schwan. Der geile Vogel zupft mit dem Schnabel an der Korsage: Eine poetisch witzige Variation von Leda and the Black Swan.

Für die Bühnenshow heizt die sechsköpfige Band unter dem musikalischen Leiter Mo Jaksch (im Gegensatz zur CD) die Titel rhythmisch oder lautstark noch auf, verleiht so den Szenen Pep und Schwung. Wäre da nicht die etwas "lahme Ente" Mario Ramos. Der Schauspieler scheint sich in seiner Conferencier-Rolle (noch) nicht so recht wohl zu fühlen, was jedoch auch an Scheibes überambitionierten, pseudophilosophischen Texten liegen mag. Insgesamt gelingt dem Regisseur der erste Teil besser und lockerer als der zweite mit den abgedrehten Nummern einer Totenwache oder blasphemischer, mit heißem Kerzenwachs hantierender Maso-Madonna. Dafür reißt Belle la Donna im weißen Tulpenrock die Stimmung wieder hoch und ins vom Publikum bejubelte Finale. Denn unterm Strich ist die pikante und ironische Melange aus Burlesque und Pop-Konzert geglückt und lässt nie vergessen: Sie ist nichts weiter als eine charmante, mit verborgenen Begierden spielende Fantasie.

The Sinderellas: Secrets & Sins Vorstellungen bis 1.12., ab 16 Jahre, Do–Sa, jeweils 20.30, Gruenspan (S Reeperbahn), Karten ab 28,85 bei allen Abendblatt-Ticketshops und unter der Hotline T.040-30309898;

Das Album "Secrets & Sins" (Warner) ist bereits im Verkauf erhältlich, www.thesinderellas.com

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