O2 World
Udo Jürgens: Ein kleines Stückchen Himmel
Laut Udo Jürgens und seiner Statistik war das Konzert in der O2 World der 155. Auftritt in Hamburg - perfekt wie eh und je.
Hamburg. Wenn Udo Jürgens in Hamburg ein Konzert gibt – und das tat er am Dienstag zum 155. Mal – dann ist das fast so etwas wie der Prototyp zu einem perfekten Abend: Der Künstler ist gut aufgelegt und spielt Nachdenkliches, Evergreens und die Hits, bei denen das Publikum jeden Ton und jede Zeile kennt, das Orchester (Pepe Lienhard) musiziert druckvoll nach vorne preschend, die Solisten können zeigen, was sie draufhaben und die Fans sind genau so, wie Fans sein sollten.
Sie swingen mit, wenn die ersten Akkorde erklingen, sie klatschen begeistert, singen mit, rennen nach der Pause nach vorne und recken die Arme empor. Ja, und manch einem läuft dann auch ganz still eine Träne übers Gesicht, wenn Jürgens "Liebe ohne Leiden" singt oder "Dafür brauch' ich dich". Da heißt es nämlich "Für ein kleines Stückchen Himmel, wenn der Tag die Hölle war", und jeder, wirklich jeder im Publikum scheint diese Sehnsucht zu kennen, für die Udo Jürgens seit Jahrzehnten Worte und Melodien findet.
Diesmal war's, so wie es wahrscheinlich meistens ist: Großartig. Schon beim ersten Stück, "Schenk' mir einen Traum" in dem es weiter heißt "Und erzähl' mir vom Glück ohne Leid und von Liebe für alle Zeit", kommt Bewegung in die Fans. Jürgens liefert großes Entertainment, führt sein Publikum mit seinen Liedern wie "Die Frau, die ich nie traf", "Glut und Eis" oder "Heute beginnt der Rest Deines Lebens" durch die Höhen und Tiefen des Lebens. Er zeigt Bilder aus dem Film über seine Familie, "Der Mann mit dem Fagott", spielt die Filmmusik dazu.
Jürgens spricht mit seinen teils gesellschaftskritischen, teils gefühligen Liebesliedern mitten ins Herz. Er spricht aus und begleitet, was die Anderen fühlen. Seit sechs Jahrzehnten. Nach der Pause stürzen die Fans aller Altersgruppen nach vorne um beim Medley aus seinen großen Hits wie "17 Jahr, blondes Haar", "Was ich Dir sagen will", "Aber bitte mit Sahne" "Mit 66 Jahren", "Gaby wartet im Park" und "Ein ehrenwerte Haus" mitzusingen und zu feiern.
Ganz am Schluss sitzt der Künstler allein am Klavier, natürlich im weißen Bademantel. Es darf geschmachtet werden. Udo Jürgens entlässt sein Publikum mit einem fröhlichen "Dudi dudi du du, du du" aus einem großen Lied, in dem er fragt: "Sag mir nur eins, will ich zuviel?". Nein, niemals.
















