23.10.12

Konzertkritik Maximale Unterhaltung mit Maxïmo Park

Von Alexander Josefowicz
Dockville Festival 2012: Maximo Park

Foto: JAZZ ARCHIV HAMBURG

Dockville Festival 2012: Maximo Park Foto: JAZZ ARCHIV HAMBURG

Das Konzert von Maxïmo Park war ein großer Spaß für Band und Publikum - obwohl darunter nicht jeder dasselbe versteht.

Hamburg. Paul Smith ist am Sonntag im großen "Deutsch für Rockstars"-Fernkursus beim Buchstaben G angekommen: "Große Freiheit" klappt schon ziemlich gut, der Titel des aktuellen Albums seiner Band Maxïmo Park, "The National Health", geht ihm als "die nationale Gesundheit" auch schon recht flüssig über die Lippen. Etwas üben muss er allerdings noch beim Wort "Geburtstag". Der Keyboarder nimmt die Glückwünsche von Smith und dem fast ausverkauften Haus trotzdem gern entgegen.

Geburtstagskind Lukas Wooller und sein Frontmann sind in ausgelassener Feierlaune, der Rest der britischen Band macht während des 80 Minuten langen Gewaltmarsches durch neue und alte Songs primär musikalisch auf sich aufmerksam. Smith hüpft die ganze Zeit wie eine Schimäre aus Flummi, Derwisch und Duracell-Häschen über die Bühne, schwingt den Mikrofonständer, dass man Angst um Band-Kumpane und Zuschauer bekommt, und macht auch ansonsten alles richtig: Die Stimme sitzt, die Beteuerungen, es in der "seediest area of town", dem anrüchigsten Viertel der Stadt zu lieben, auch.

An Auswahl und Live-Interpretation der Songs gibt es ebenfalls nichts auszusetzen. Die Lieder klingen samt und sonders druckvoller, erdiger, rockiger als auf Platte. Das gilt für alte Schätze wie "The Coast Is Always Changing" und "Apply Some Pressure" vom ersten Album "A Certain Trigger" genauso wie für das namensgebende "The National Health", "Hips And Lips" und diverse andere Titel vom erst einige Monate alten Langspieler.

Dass sich der Großteil der Leute tatsächlich amüsiert; um das herauszubekommen, muss man sich beizeiten umdrehen und den Menschen ins Gesicht schauen. Selbst direkt vor der Bühne wirkt die Stimmung seltsam verhalten - gerade im Gegensatz zu Springteufel Smith. Gejubelt, "Books From Boxes" und "Girls Who Play Guitar" mitgesungen, breit gegrinst und verhalten gelächelt wird zwar im großen Konsens, doch an der Bewegungsfreude der Hamburger gäbe es noch einiges zu optimieren. Smith lässt sich davon jedoch in keiner Weise beeindrucken, er tut das, was er am besten kann: den großen Zampano mimen.

Einen Tipp für Journalisten hat Maxïmo Park in Form der aktuellen Single auch dabei: "Write This Down". Ist hiermit geschehen.