Ein langer Abend mit Kult-Regisseur Klaus Lemke

Abaton. Klaus Lemke einen Dilettanten zu nennen ist keine Beleidigung, sondern ein Lob. Seit Jahrzehnten schon dreht er seine Filme augenscheinlich nicht, um ans große Geld zu kommen oder Preise zu gewinnen, sondern aus purem Spaß am Anarcho-Dreh fernab aller Genrekonventionen und mit Laiendarstellern, die vor allem eines sind: authentische Amateure. Dass es Lemke immer wieder gelingt, seine ruppigen Filme ins Fernsehen zu bekommen, ist ein kleines Wunder. Dass "Berlin für Helden", sein neuester Streich, es nun ins Kino schafft, sogar ein großes.

Wieder einmal erzählt Lemke, der heute zur Hamburg-Premiere im Abaton erwartet wird, von Aussteigern und Abenteurern, die sich im Großstadtdschungel zu behaupten versuchen, bei denen der Weg von der Kopfnuss zum Kuss ungemein kurz sein kann. Erneut dabei: Saralisa Volm, Lemkes Lieblingsschauspielerin, mit Hang zur Freizügigkeit, die auch schon in "Finale" und "Schmutziger Süden" zu sehen war.

Nach der Premiere gibt's dann noch einen echten Lemke-Klassiker: "Rocker" von 1972, das in Hamburg gedrehte Motorradgang-Kultstück, das auch 40 Jahre später noch mit Zeilen wie "Du flachst mich nicht, Torte!" begeistert.

"Berlin für Helden" heute 20.00, Abaton (Metrobus 4/5), Allende-Platz 3; "Rocker" heute 22.00, Abaton, Eintritt: jeweils 7,50; www.abaton.de

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