Kinostart: 12. April Kieg der Knöpfe: Auf sie mit Gebrüll

Lebrac (Jean Texier) im Kreise seiner Jungsbande

Foto: elphi/delphi

Lebrac (Jean Texier) im Kreise seiner Jungsbande

Gelungene Jugendbuchverfilmung: "Krieg der Knöpfe"

Südfrankreich im März 1944: Das Land steht noch immer unter deutscher Besatzung, doch in den Dörfern Longeverne und Velrans ist davon wenig zu merken. Hier führen die Kinder einen Krieg um die Vorherrschaft in der Region, beschimpfen sich gegenseitig als "Schlappschwänze" und haben ihren Spaß. Mit großer Verbissenheit wird dieser Kampf allerdings geführt, als Lebrac (Jean Texier), der Anführer der Longeverner, die Idee hat, den überwältigten Gegnern sämtlich Knöpfe von der Kleidung abzutrennen, und die Gegenseite entsprechend reagiert. Das bedeutet mächtig Trubel, aber für besondere Aufmerksamkeit sorgt die Ankunft des Mädchens Violette (Ilona Bachelier), das in Wirklichkeit Myriam heißt, Jüdin ist und sich bei der schönen Ladenbesitzerin Mademoiselle Simone (Laetitia Casta) vor den Nazis versteckt.

1912 erschien Louis Pergauds Roman "Krieg der Knöpfe", der 1962 von Yves Robert brillant verfilmt wurde und Vorlage für weitere TV-Produktionen, Theaterstücke und thematische ähnlich gelagerte Jugendbücher war. Nun hat Regisseur Christophe Barratier, bekannt durch "Die Kinder des Monsieur Mathieu", die Handlung in die Zeit des Zweiten Weltkriegs verlegt. In seiner Filmversion stehen zwar die Auseinandersetzungen zwischen den Jungsbanden immer noch im Vordergrund, doch der Einbruch der Zeitgeschichte sorgt für zusätzliche Dynamik und Spannung. Liebevoll sind die Figuren gezeichnet, und die Nöte Lebracs, der sich immer wieder heftige Auseinandersetzungen mit seinem Vater liefert, finden angemessenen Raum. Unverkennbar zudem die grundsätzliche Stoßrichtung des Films, der für tätige Solidarität angesichts einer großen äußeren Bedrohung wirbt. "Krieg der Knöpfe" ist eine gelungene Mischung aus Abenteuer, Drama und Komödie, wie gemacht für einen Kinonachmittag mit der ganzen Familie. Jedenfalls wenn die nur bedingte Werktreue nicht für allzu große Irritationen sorgt.

Bewertung: empfehlenswert

"Krieg der Knöpfe" F 2011, 100 Min., ab 6 J., R: Christophe Barratier, D: Jean Texier, Laetitia Casta, Ilona Bachelier, Guillaume Canet, täglich im Abaton, Blankeneser, UCI Mundsburg/Othmarschen; www.krieg-der-knoepfe.de