Medien-Macher

Deutsche Sender für Mateschitz und ESPN?

Foto: Axel Springer AG

Der österreichische Getränkeproduzent Dietrich Mateschitz und der der amerikanische Sportsender ESPN drängen auf den deutschen Medienmarkt.

Der österreichische Getränkeproduzent Dietrich Mateschitz (" Red Bull ") wird immer mehr zum Medienunternehmer: Sein Magazin "Red Bulletin" liegt auch deutschen Zeitungen wie der "FAZ" bei. In Österreich betreibt er den Fernsehsender Servus TV , der kurz davor steht, die Senderechte an der österreichischen Fußball-Bundesliga zu erwerben. Und nun will Mateschitz offenbar ins deutsche Hörfunkgeschäft einsteigen: Wie es in Senderkreisen und aus dem Umfeld der Landesmedienanstalten übereinstimmend heißt, interessiert sich der Österreicher für eine bundesweite Radiolizenz im digitalen Radiostandard DAB plus . Mangels Interesses der Privatsender war der vorangegangene Standard DAB nicht über die Versuchsphase hinausgekommen. Da sich für DAB plus neben den Öffentlich-Rechtlichen auch einige ambitionierte Internetradios interessieren sollen, sieht es für einen Regelbetrieb des terrestrischen Digitalradios diesmal besser aus. Die Ausschreibung läuft noch bis 13. März.

Auch der amerikanische Sportsender ESPN , der zum Disney -Konzern gehört, drängt offenbar nach Deutschland. Die deutsche Sportszene erkundeten ESPN-Präsident George Bodenheimer und sein Chef für das internationale Geschäft Russel E. Wolff während der Olympischen Winterspiele im Deutschen Haus in Vancouver. Sie sprachen mit dem deutschen IOC-Mitglied Thomas Bach und ließen sich in einem Bob für den Newsletter des Deutschen Hauses ablichten. Die ESPN-Manager hätten sich "ebenso interessiert wie begeistert ... über die exzellenten Einschaltquoten der ausführlichen Olympia-Berichterstattung im deutschen Fernsehen" gezeigt, heißt es dort. ESPN wird schon länger Interesse an einem Einstieg beim DSF nachgesagt. Als möglich gilt aber auch, dass die Amerikaner in Deutschland Pay-TV-Kanäle starten.

Bisher ist Ergo eine Versicherungsgruppe. Schon bald aber soll aus dem Firmennamen eine Marke werden, in der dann Versicherungen wie die Hamburg-Mannheimer oder die Victoria aufgehen. Der Etat, mit dem die neue Marke beworben werden soll, ist folglich hoch und entsprechend begehrt. In den Pitch, in dem entschieden wird, wer künftig für Ergo werben darf, haben es fünf Agenturen geschafft: Aus Hamburg sind mit dabei Jung von Matt , Tribal DDB und kempertrautmann . Ergänzt wird das Trio von den Berliner Agenturen aimaq stolle und Heimat .

Mit Ausnahme der Kategorie Fotoreportage stehen die endgültigen Nominierungen für den Henri-Nannen-Preis fest. Zwar ist der " Spiegel " mit drei nominierten Stücken am besten vertreten. Allerdings haben die Juroren ebenso anderen als den üblichen Verdächtigen eine Chance gegeben. So erhielten auch Beiträge aus der " Aachener Zeitung" , der " Berliner Morgenpost " und " Lettre International " eine Nominierung. Neu ist der "Sonderpreis", mit dem Artikel ausgezeichnet werden sollen, die in keine der bisherigen Kategorien passen.

Die drei Stücke, die - wie berichtet - von den Jurymitgliedern Georg Mascolo ("Spiegel") und Giovanni di Lorenzo ("Zeit") aus ihren eigenen Blättern an der Vorjury vorbei auf die Shortlist gesetzt wurden, haben es nicht geschafft. Auch der " Bild "-Beitrag über das Bombardement von Kundus fehlt, dem die Vorjuroren nachträglich einen Platz auf der Shortlist verschafften.

Ein anderer nachnominierter Beitrag, das in " Geo " erschienene Stück "Ein neuer Bauch für Lenie" von Hania Luczak, ist dagegen in der Kategorie Reportage unter die letzten drei gekommen. "Geo"-Chefredakteur Peter-Matthias Gaede hatte es, wie er selbst einräumt, auf die Shortlist gesetzt. Dass Hauptjuroren an der Vorjury vorbei Stücke eigener Blätter nominieren, ist umstritten. Das Reglement lässt dies aber zu.

Kai-Hinrich.Renner@abendblatt.de