Pünktlich zum 60. Geburtstag Peter Maffay stellt Biografie "Auf dem Weg zu mir" vor

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Anlässlich seines 60. Geburtstags Ende August blickt Peter Maffay in einer Biografie "Auf dem Weg zu mir" auf seine knapp 40-jährige Karriere zurück.

München. Sein Gang ist federnd, die tätowierten Ober- und Unterarme sind sichtbar trainiert, die Halsketten gut zu sehen. Da steht Peter Maffay bei der Präsentation seiner Biographie "Auf dem Weg zu mir" und gibt den Rocker, der er immer sein wollte. Als "harter Sänger mit Herz" sieht sich Maffay am liebsten. Der stets von einer gewissen Unzufriedenheit und Selbstzweifeln geplagte Sänger kann zu seinem jetzt bevorstehenden 60. Geburtstag und 40-jährigen Bühnenjubiläum auf eine Karriere mit manchen Wirrungen, aber Millionen Fans zurückblicken.

Maffays Lebensgeschichte ist so vielschichtig, dass sein Biograph Edmund Hartsch sich nah am Wahnsinn wähnte. Schlagersänger, Rocker, Trinker, Friedensaktivist, von anderen Musikern Belächelter, Märchenerfinder und Kinderschützer: Alles das ist Maffay. Maffay wurde am 30. August 1949 als Peter Alexander Makkay in Siebenbürgen in Rumänien geboren. Sein Vater war Ungar, die Mutter Deutsche. Als ihr Sohn 14 Jahre alt war, musste die Familie ihre Heimat verlassen - der Vater galt als Staatsfeind. Eigentlich wollte die Familie in die USA. Doch weil sie keine Aufenthaltsgenehmigung erhielten, verschlug es die Makkays nach Waldkraiburg in Bayern.

Den pubertierenden Jungen interessierte nur die Musik. Er kaufte sich eine Gitarre und fing an zu singen. Während die Eltern noch schimpften, nahm der Musikproduzent Michael Kunze Maffay unter Vertrag - und der wurde praktisch über Nacht zum Star. Das schmalzige "Du" wurde 1970 zum Sommerhit, schaffte es direkt auf die Nummer 1 und verkaufte sich mehr als eine Million Mal. Ein Traum - aber nicht der von Maffay. "Am liebsten wäre ich ein wilder Rocker", verkündete er ein paar Jahre später in der Jugendzeitschrift "Bravo". Dass Maffay zu der großspurigen Ankündigung auch noch das passende Album veröffentlichte, war die Sensation des Jahres 1979. "Steppenwolf" verkaufte sich 1,6 Millionen Mal, so oft wie vorher keine Platte in Deutschland.

Nur ein Jahr später legte Maffay die Scheibe "Revanche" nach, die sich sogar über zwei Millionen Mal verkaufte. Das Album enthält den Song "Über sieben Brücken musst du gehen", der von der DDR-Band Karat stammt, aber auch zu einem Maffay-Klassiker wurde. Alle von Maffay in den folgenden 30 Jahren veröffentlichten Studio-Alben schafften es in die Top Ten, 13 sogar auf Platz 1: Kein Westernhagen, kein Grönemeyer schaffte solch eine Serie. 40 Millionen Tonträger verkaufte Maffay bisher.

Allerdings polarisierte Maffay deutlich mehr als andere. 1982 wurde der damals noch immer als "Schlagerfuzzi" wahrgenommene Sänger im Vorprogramm der Rolling Stones von den Fans mit Eiern und Tomaten beworfen. "Ich bin heute sehr dankbar für diese Tomaten, die da geflogen sind", sagt Maffay - er habe damals viel nachgedacht und sei nie wieder so blauäugig an eine Sache heran gegangen.

Während Maffay in den 80er Jahren noch von Erfolg zu Erfolg eilte, begann schon sein privater Absturz. Bis zu drei Flaschen Whisky trank er am Tag, seine drei ersten Ehen zerbrachen. Erst eine - im Nachhinein falsche - Lungenkrebsdiagnose ließ ihn umschwenken. Maffay trinkt zwar noch, aber nur in Maßen. Mit seiner 26 Jahre jüngeren Frau Tanja und ihrem gemeinsamen kleinen Sohn Yaris lebt er auf Mallorca ein exzessfreies Leben, wie er selbst sagt.

Das Ende des Rockerlebens mit Sexgeschichten und viel Alkohol passt auch viel besser zu der Vorbildfunktion, die er inzwischen einnimmt. Schon in den 80er Jahren entwarf er sein "Tabaluga"-Märchen, das als Musical für Kinder ein Riesenerfolg wurde. Später ließ er das Projekt "Begegnungen - Eine Allianz für Kinder" folgen, an dem sich Künstler und Persönlichkeiten aus aller Welt beteiligten. In diesem Projekt bezahlt Maffay traumatisierten Kindern aus Kriegsgebieten regelmäßig Ferienaufenthalte.

Und doch, bei allem ehrenamtlichen Engagement, aus seiner Rolle des Rockers will Maffay nicht mehr 'raus. Für seinen Tod habe er nur einen Wunsch: "Auf meinem Grabstein soll stehen: 'Harley parking only.'", sagt der Motorradfahrer.