11.07.14

Schleswig-Holstein Nächster Badeunfall mit zwei Schwimmern in der Ostsee

In Scharbeutz sind zwei Schwimmer aus dem Wasser gerettet worden. In Schleswig-Holstein sind in dieser Saison bereits drei Menschen bei Badeunfällen ums Leben gekommen. Erst am Donnerstag war eine 58 Jahre alte Frau beim Schwimmen gestorben.

Scharbeutz/Dahme. In Schleswig-Holstein gab es erneut einen Badeunfall, es ist der dritte innerhalb von nur zwei Tagen. Dieses Mal mit einem glimpflichen Ausgang. Zwei Männer sind von Einsatzkräften am Donnerstagabend bei Scharbeutz (Kreis Ostholstein) aus dem Wasser gerettet worden. Als die Retter sie an Land brachten, seien beide Schwimmer nicht ansprechbar gewesen, berichtete ein Polizeisprecher am Freitag. Sie kamen ins Krankenhaus.

Nach ersten Erkenntnissen waren die Schwimmer an einem Abschnitt der Lübecker Bucht, der sogenannten Kammer, ins Wasser gegangen. Ein starker Ostwind und Wellengang hatten dazu geführt, dass die beiden dann landabwärts getrieben wurden, sagte der Sprecher.

Am gleichen Tag war bereits eine 58 Jahre alte Frau beim Schwimmen ums Leben gekommen. Die Frau aus Dahme (Schleswig-Holstein) war mit ihrem Mann im Wasser, als sie aus noch ungeklärter Ursache kollabierte, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Helfer der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) beobachteten den Vorfall und zogen die Frau aus dem Wasser. Die Wiederbelebungsversuche am Strand von Dahme blieben erfolglos.

Am Mittwoch waren in der Ostsee bei Blekendorf im Kreis Plön zwei Männer tödlich verunglückt. Ein 49 Jahre alter Polizeibeamter aus Dannau hatte bei Wind und hohem Wellengang versucht, einen 60-jährigen Lütjenburger aus dem Wasser zu retten. Beide Männer ertranken. Als Konsequenz wurden die Sicherheitsmaßnahmen an dem bisher unbewachten Badestrand verstärkt. "Was wir tun können, tun wir", sagte der ehrenamtliche Bürgermeister der Gemeinde Blekendorf, Andreas Köpke (CDU). Für Freitag wurde ein Gedenkgottesdienst für die Opfer in Blekendorf angesetzt.

Die Polizei setzte am Donnerstag die Befragung von Zeugen fort, um zu ermitteln, wie es zu dem Unglück kam. "Es herrschten starker auflandiger Wind mit einer starken Unterströmung", sagte DLRG-Sprecher Peter Sieman. "Unter diesen Umständen sollte man nicht ins Wasser gehen." Wer es tue, handle leichtsinnig und gefährde sich und andere.

Der Strand von Sehlendorf sollte erst ab Sonnabend von Rettungskräften der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) gesichert werden. Nun sollen DLRG-Helfer vom nahe gelegenen Ostseebad Hohwacht die Sicherung bis zum 12. Juli mit übernehmen. Bis zum 7. September werde der Strand dann vom Hauptturm und zwei weiteren Stationen in den Dünen aus von 9 bis 18 Uhr bewacht, so Köpke.

Vom Ende der Pfingstferien in Bayern und Baden-Württemberg bis zum Beginn der Sommerferien in den anderen Bundesländern sei es relativ schwierig, Rettungskräfte zu bekommen, sagte Sieman. "Das sind alles ehrenamtliche Helfer, die ihren Sommerurlaub opfern, um anderen zu helfen." Allein am Mittwoch habe die DLRG in Kellinghusen und in Kühlungsborn sieben Menschen gerettet.

Eine rote Flagge für ein Badeverbot war am Hauptturm des Strandes von Sehlendorf am stürmischen Mittwoch nicht gehisst – auch das übernehmen DLRG-Helfer. Vergangenes Jahr sei der Strand vom 18. Mai bis zum 31. August überwacht worden, sagte Köpke. Die Gemeinde habe dafür rund 32.400 Euro gezahlt.

Nach Angaben des Landesgeschäftsführers der DLRG, Thies Wolfhagen, betreut die DLRG in Schleswig-Holstein 50 Strände an Nord- und Ostsee im Auftrag der jeweiligen Gemeinden. Als Tagespauschalen würden 5 bis 7,50 Euro zuzüglich Verpflegung und Fahrtkosten gezahlt. Einige Gemeinden an der Nordsee wie etwa Westerland auf Sylt und Helgoland zahlten sehr viel mehr. Sie beschäftigten unabhängig von der DLRG eigene Rettungsschwimmer per Dienstleistungsvertrag.