08.01.13

Wandsbek

Endgültiges Aus für Caféhaus Andersen

Finanzielle Probleme, Mäuseplage und behördliche Auflagen: Nach Insolvenz muss Inhaber Lars Andersen die Konditorei endgültig schließen.

Foto: Reto Klar
Kaffee Kaennchen
Im Caféhaus Andersen gibt es nach mehr als 100 Jahren nun keinen Kaffee und Kuchen mehr

Hamburg. Nach monatelangem Bangen um die finanzielle Situation und einem zeitweiligen Produktionsstopp durch das Verbraucherschutzamt, musste die Konditorei Andersen nun endgültig schließen. Ende November hatte der Inhaber Lars Andersen Insolvenz angemeldet, seit vergangener Woche bleiben die Türen der Konditorei und dem dazugehörigen Café endgültig verschlossen. Kurz zuvor war die Produktion der traditionsreichen Konditorei vom Verbraucherschutzamt vorübergehend untersagt worden. Grund für die Maßnahme war eine Mäuseplage. Hinzu kam ein Verdacht auf Sicherheitsmängel.

Schon in der Vergangenheit gab es Auseinandersetzungen mit dem Verbraucherschutzamt. Die Gründe dafür waren mangelnde Hygiene, beschädigte Stromkabel, veraltete Maschinen, und eben Mäusebefall. Immer wieder versuchte der Betrieb durch professionelle Schädlingsbekämpfungsfirmen der Nagetier-Plage entgegen zu wirken. "Nach Überprüfung der Lebensmittelproben konnten wir die Produktion wieder aufnehmen, aber die finanzielle Lage war einfach zu prekär", sagt Inhaber Lars Andersen. Er führt den Betrieb mit einst zehn Filialen in Hamburg in der vierten Generation.

Die kurzzeitige Schließung durch das Verbraucherschutzamt sei aber laut Andersen nur einer der Gründe für die Insolvenz gewesen. Finanzielle Schwierigkeiten habe es schon lange vorher gegeben. "Ein Hauptgrund ist auch der Standort. Die Wandsbeker Marktstraße hat nicht mehr die Kundschaft wie vor einigen Jahren, viele Stammkunden, die gezielt zu uns gekommen sind, gibt es nicht mehr", sagt der Konditor.

Das Caféhaus Andersen hat eine lange Tradition: Bereits seit mehr als 100 Jahren ist der Betrieb in Familienhand, das Stammhaus am Wandsbeker Markt ist eines der wenigen Gebäude, die den zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden hat, einige Stammgäste kamen seit Jahrzehnten.

Nachdem die Insolvenz beantragt wurde, habe Andersen die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben. Doch als auch Großaufträge in der Vorweihnachtszeit abgesagt werden mussten, sei das Ende absehbar gewesen. Insgesamt 15 Mitarbeiter waren zuletzt in dem Caféhaus beschäftigt. Andersen hofft, dass sie schnell in anderen Unternehmen eine neue Anstellung finden. Möglicherweise wird das Traditionscafé aber auch wieder unter dem Namen Andersen eröffnen. Beim Insolvenzverwalter sollen sich Interessenten gemeldet haben, die den Namen gerne für einen neuen Betrieb nutzen würden.

(mc/hphb)
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Alles über Ihre Straße

Die Welt - Aktuelle News
  1. 1. DeutschlandWaffen gegen ISFünfer-Rat beschließt neue deutsche Doktrin
  2. 2. AuslandIS-OpferJames Foley, der unerschrockene Held
  3. 3. AuslandRegierung in London"Briten im Namen des Dschihad an Gräuel beteiligt"
  4. 4. WirtschaftTreffen in LindauMerkel hält Top-Ökonomen fehlerhafte Prognosen vor
  5. 5. WirtschaftWrangel-InselRussland errichtet erste Marinebasis in der Arktis
Top Video Alle Videos
 Visualisierung Seilbahn Hamburg Nachrichten

Im Streit um die Musical-Seilbahn über die Elbe hat Stage Entertainment nun Kritik an den Einnahmen der Hadag-Fähren geübt.mehr »

Top Bildergalerien mehr
Hiroshima

Hiroshima: 32 Menschen bei Erdrutsch getötet

Berüchtigter Ex-Innensenator

Schill: Hamburgs "Richter Gnadenlos"

Innenverteidiger

Das ist HSV-Neuzugang Cléber

Insel-Geschichte

Reederei-Familie Rickmers auf Helgoland

tb_reisemarkt.jpeg
Der Reisemarkt

Aktuelle Reise- und Urlaubsangebotemehr

Hamburger Hochzeiten
Hamburger Hochzeiten

Das Hochzeitsportal vom Hamburger Abendblattmehr

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr