08.02.13

"Das Supertalent"

Tanzender Derwisch zu Bewährungsstrafe verurteilt

Im Streit um 400 Euro Honorarforderung attackierte ein als Tanzender Derwisch bekanntgewordener Künstler seinen Agenten.

Foto: dpa
Urteil gegen Tanzenden Derwisch erwartet
Der angeklagte Shinouda A. im Landgericht in Kiel

Kiel. Tiefer Fall für einen Tanzenden Derwisch aus der TV-Casting-Show "Das Supertalent": Für eine Messerattacke auf seinen damaligen Agenten hat das Kieler Landgericht am Freitag einen 36 Jahre alten Ägypter zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Die Strafe wegen gefährlicher Körperverletzung wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Der Angeklagte war als Tanzender Derwisch in der Fernsehshow bekanntgeworden. Im Oktober 2009 stach er im Streit um eine Honorarforderung des Agenten mit einem Messer zu und verletzte seinen Manager im Brustbereich, wie die Vorsitzende Richterin Hege Ingwersen-Stück sagte. Der Schnitt war 2,5 Zentimeter tief. Etwas tiefer und er hätte den Herzbeutel des Opfers verletzt, sagte die Richterin. So aber wurden keine inneren Organe in Mitleidenschaft gezogen.

Nach Auffassung der Strafkammer war der Künstler voller Wut zu seinem Agenten gefahren. Er hielt dessen Rechnung von 400 Euro für zu hoch. Zwar hatte der Angeklagte den Messerstich in dem zehn Monate dauernden Prozess bestritten. Doch das Gericht glaubte dem Opfer. Der 41-Jährige hatte den Stich zunächst nicht bemerkt und erst später das feuchte Blut gespürt. Der Manager habe kein Motiv gehabt, sich selbst zu verletzen, wie dies der Angeklagte nahelegte, sagte die Vorsitzende.

Die Schilderung des Opfers sei auch durch ein Video von der Überwachungskamera an seinem Hauseingang bestätigt worden, sagte Ingwersen-Stück. Darauf sei eindeutig zu erkennen, wie der Angeklagte heranstürmte und in Richtung seines Agenten stach. Der Treffer selbst war allerdings durch eine Hauswand verdeckt.

Zugunsten des Angeklagten, für den im Prozess simultan übersetzt wurde, wertete das Gericht, dass der Mann nicht vorbestraft war und auch seit der Tat straffrei blieb. Er habe keine grundsätzlich rechtsfeindliche Gesinnung. Die Kammer verkürzte wegen einer rechtsstaatswidrigen Verfahrensverzögerung die Bewährungszeit von fünf auf zwei Jahre. Gegen den Angeklagten sprach nach Auffassung der Richter unter anderem, dass das Opfer eine posttraumatische Belastungsstörung erlitt und sich in seiner Wohnung nicht mehr sicher fühle.

Der Staatsanwalt hatte wegen gefährlicher Körperverletzung zwei Jahre und neun Monate Haft gefordert. Der Nebenkläger sprach von einem fehlgeschlagenen Mordversuch aus Geldgier und verlangte die Höchststrafe – das wäre lebenslange Haft gewesen. Der Verteidiger plädierte dagegen auf Freispruch aus Mangel an Beweisen.

(abendblatt.de/dpa)
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