27.12.12

Mecklenburg-Vorpommern

Mann verblutet nach Unfall mit einem "Polenböller"

Der 51-Jährige hatte sich bei der Explosion des Böllers verletzt. Er versuchte sich selbst zu behandeln, statt zu einem Arzt zu gehen.

Von Joachim Mangler
Foto: dpa
Illegale Pyrotechnik
Illegal aus Polen und Tschechien eingeführte Pyrotechnik. Die Böller besitzen keine der in Deutschland erforderlichen Zulassungen

Torgelow/Rostock. Erstes Todesopfer durch illegales Feuerwerk: Nach der Fehlzündung eines "Polenböllers" ist ein 51-jähriger Mann in Torgelow (Kreis Vorpommern-Greifswald) gestorben. Der explodierende Böller hatte nach Schilderung der Polizei vom Donnerstag bereits am vergangenen Freitag zu massiven Fingerverletzungen an der rechten Hand des Mannes geführt, wie die Polizei in Anklam erst am Donnerstag berichtete.

Den Ermittlungen zufolge habe er versucht, selbst die Blutungen mit eigenem Verbandsmaterial zu stoppen. Viele blutdurchtränkte Binden seien gefunden worden. Der Mann sei dann am Sonnabend in seiner Wohnung verblutet. Es sei wahrscheinlich, dass Alkohol und Medikamente eine Rolle in dem Geschehen gespielt haben. Eine ärztliche Behandlung hätte wohl das Leben des Mannes gerettet.

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) warnte vor selbst gebasteltem Feuerwerk und dem Kauf nicht zugelassener Feuerwerkskörpern. "Diese Pyrotechnik ist mit extrem hohen Risiken verbunden. Mangelhafte Verarbeitung und die Verwendung von Industriesprengstoff können selbst bei richtiger Handhabung zu schweren Verletzungen führen. Die Einfuhr solcher Feuerwerkskörper ist deshalb verboten und strafbar." Zudem komme es durch unsachgemäßen Umgang und Selbstüberschätzung, oft noch in Kombination mit zu viel Alkohol, immer wieder zu Bränden. "Nicht wenige bezahlen ihren Leichtsinn mit schweren Verletzungen."

Der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern und die Grüne Liga rieten prinzipiell vom Kauf von Silvesterböllern ab und riefen zur Teilnahme an der Aktion "Bäume statt Böller" auf. Die Menschen sollten mit dem Kauf einer Waldaktie besser etwas für die Umwelt und das eigene grüne Gewissen tun. Für zehn Euro sei eine Waldaktie zu haben, mit der dann zehn Quadratmeter Fläche aufgeforstet werden können. Gleichzeitig könne damit jeder Müllberge, Lärm und den Ausstoß von Kohlendioxid reduzieren und in gute Luft investieren, sagte der Geschäftsführer des Landestourismusverbands, Bernd Fischer.

Mit Hilfe der Waldaktien konnten landesweit bereits 14 sogenannte Klimawälder eingerichtet werden. Jährlich geben die Bundesbürger mehr als 100 Millionen Euro für Feuerwerkskörper aus.

Bereits vergangene Woche hatte Umweltminister Till Backhaus (SPD) darauf hingewiesen, dass mit den bundesweit rund 12 000 Tonnen Feuerwerkskörpern umweltschädliche Stoffe wie Klebstoffe, Quellmittel sowie Kunst- und Schaumstoffen freigesetzt werden. "Etwa 200 Tonnen Kohlenmonoxid, 1900 Tonnen Schwefeldioxid sowie 1500 Tonnen Kohlendioxid, Stickoxide und weitere unbekannte Verbindungen werden in der Silvesternacht in die Luft geschossen."

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