Anke Cibach - sagenhafte Staderin
Neuerscheinung: Als Krimi-Autorin hat sie sich schon einen Namen gemacht. Jetzt erzählt sie Sagen rund um Hamburg
Stade. Mit Menschen kennt sie sich aus. Schließlich ist Anke Cibach Diplom-Psychologin. Aber sie kennt sich auch gut mit Leichen aus. Und mit der Aufklärung von Verbrechen. Kein Wunder - denn schließlich ist die 1949 in Hamburg geborene, seit einem Vierteljahrhundert in Stade lebende Frau auch eine Krimiautorin. Sie hat schon als Schülerin in der Grundschule ihre erste Geschichte geschrieben. Aber die hatte mit Mord und Totschlag noch gar nichts zu tun. Anke Cibach weiß den Titel noch genau: "Petzi entdeckt den Westpol" lautete er. Doch damit war der Weg zur Autorin noch nicht vorgezeichnet. Auch Jahrzehnte später noch nicht. Heute allerdings ist das Pendel von der Psychologie zum Schreiben ausgeschlagen. "Aber so ganz kann ich darauf auch noch nicht verzichten", sagt sie.
Etwa 15 Bände tragen den Autorennamen Anke Cibach. Sie hat Kurz-Krimis verfasst und zeichnet als Herausgeberin von Anthologien. Aber auch Schul- und Kinderbücher hat sie geschrieben, psychologische Bücher. Sie arbeitet als Ratgeberin von Zeitschriften der so genannten "Yellow Press". Sie gehört zum "Syndikat", der Vereinigung deutscher Krimiautoren. Der erste Krimi in der vom Hamburger Abendblatt herausgegebenen Reihe der "Schwarzen Hefte" kommt im April heraus. Es geht um einen Mord auf dem Hamburger Dom. Das gibt Anke Cibach noch bekannt. Mehr nicht. Oder doch noch so viel: "Es gibt zwei Tote." Damit hat es sich.
Doch vorher gibt es noch ein ganz aktuelles Buch. Ein ganz anderes. Im Prolibris-Verlag in Kassel sind von ihr gerade noch vor dem Fest "Die schönsten Sagen - Region Hamburg und Niederelbe" erschienen. Ein gut aufgemachter Band mit Scherenschnitten der junge Veronica Felgentreu.
Doch es reichte der Stader Autorin nicht nur bekannte oder weniger bekannte Sagen nach zu erzählen. Sie hat sich versucht in die Zeit und in die Menschen hinein zu versetzen, hat die historischen Geschichten ergänzt, hat sie mit einer Art erläuterndem Nachwort versehen, sie dadurch oftmals lesenswerter, gehaltvoller und geheimnisvoller gemacht. In dem Buch (152 Seite, 17,50 Euro) geht es um Störtebeker und die Hexe vom Süllberg, um die Erklärung, wie Ochsenwerder zu einer Glocke kam, "Die weiße Dame von Harburg", "Das Geheimnis des schwarzen Ritters von Estebrügge" oder auch "Wie Stade vor der Pest gerettet wurde". Wer all das erfahren möchte, der sollte sich das neue Buch von Anke Cibach kaufen oder schenken lassen. Und wem es nur um Stade geht, der könnte sie auch beim Bummel durch Stades Altstadt treffen. Nicht unbedingt wenn es darum geht, Einkäufe zu erledigen. Aber vielleicht bei einer Stadtführung. Denn auch die gehört zu den Dingen, die die 53-Jährige ausübt. Und die Liebe zu Büchern? "Bücher sind Schokolade für die Seele", sagt Anke Cibach. Und die Freude, die daraus spricht, kommt bei ihr rüber. Auch wenn es um so schreckliche Dinge wie Mord geht . . .


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