Harburg & Umland
07.02.13

Harburger Ring

Gloria-Tunnel in Harburg wird Kulturzentrum

Beschallung mit klassischer Musik soll den Gloria-Tunnel für die Harburger Trinkerszene in Zukunft unattraktiv machen.

Von Jochen Gipp
Foto: Jochen Gipp
Ringpassage
Künstler "Toro" arbeitet an einem Gesamtkonzept für die Flächen der Tunnelanlage. Das Konzept soll in Kürze vorgestellt werden

Harburg. Von Schmuddeltunnel soll in Zukunft keine Rede mehr sein. Gloria-Tunnel war die zuletzt häufigste Bezeichnung. Und mit dem bevorstehenden Umbau des Harburg Centers, das wie berichtet im Herbst 2014 mit Sky-Markt, Bekleidungsgeschäft sowie Innen- und Außengastronomie unter großem Glasdach neu eröffnet werden soll, wird die offizielle Bezeichnung des Fußgängertunnels künftig voraussichtlich "Ringpassage" lauten. Der Tunnel unter dem Harburger Ring verbindet den Bahnhof mit der Innenstadt.

Seinen Start in die Zukunft soll der seit Oktober vergangenen Jahres mit finanziellen Mitteln der Harburger Bezirksversammlung modernisierte Tunnel allerdings schon in sechs Wochen haben, zum Beginn der Internationalen Bauausstellung 2013. Zum IBA-Auftakt am Wochenende 23./24. März soll im Tunnel, hinter einer gläsernen Wand, eine Kunstgalerie mit Café eröffnen. Während des IBA-Präsentationsjahrs 2013 sind in der Galerie Informationen über die IBA-Projekte in Harburg zu finden, Informationen zu den Bauprojekten auf der Schloßinsel im Binnenhafen. Nach dem IBA-Ende im Herbst soll der Tunnel - das ist erklärtes Ziel der Bezirksverwaltung - nicht in den alten Zustand zurück fallen sondern dauerhaft ein lebendiger Ort der Kultur werden. Der in Pristina (Kosovo) geborene Harburger Künstler "Toro", mit bürgerlichem Namen heißt er Mentor Ejupi, ist 46 Jahre alt und hat im Tunnel bereits mit künstlerischer Gestaltung zweier Treppenaufgänge auf sich aufmerksam gemacht. Im Auftrag der Bezirksverwaltung arbeitet er an einem Gesamtkonzept für die Flächen im Tunnel und vor der Tunnelanlage.

Bezirksamtsleiter Thomas Völsch teilt dazu mit: "Das planerische Ziel besteht darin, in dieser zentralen Innenstadtlage einen Ort zu schaffen, der sich gegenüber den Harburgerinnen und Harburgern mit einem vielfältigen kulturellen und künstlerischen Angebot immer wieder neu präsentiert. Dabei spielen wechselnde Ausstellungen und Events in der neu geschaffenen Präsentationsfläche eine ebenso wichtige Rolle wie die künstlerische Gestaltung des Tunnels selbst."

Bereits zur IBA-Eröffnung am 23. und 24. März werden Besucher aus ganz Deutschland in Hamburg erwartet, wo rund 60 Projekte im Blickpunkt stehen werden. Und auch in Harburg ist an ein buntes Eröffnungsprogramm gedacht. "Gloria meets IBA" lautet das erste Projekt, das die neue Nutzungsform des Tunnels einläuten soll. Bezirksamtsleiter Völsch erklärt, dass es ihm wichtig sei, eine langfristige und nachhaltige Belebung des Gloria-Tunnels durch Kunst und Kultur auf den Weg zu bringen, um damit einen Baustein zur Stärkung der Harburger Innenstadt zu schaffen. Auf dem Weg zum Ziel fordert er in diesem Zusammenhang von allen Verantwortungs- und Leistungsträgern Unterstützung ein.

Um den Tunnel in Zukunft für Fußgänger attraktiv zu machen, ist der gesamte Durchgangsbereich von ehemaligen Kioskbuden befreit worden. Fertig gestellt ist auf der Tunnelseite zum Harburg Carrée bereits die verglaste Front des künftigen Galerie-Cafés und Kulturzentrums. Weil der Hamburger Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) im Zuge der Tunnelsanierung lediglich herkömmliche Beleuchtung einbauen wollte, um der Verkehrssicherungspflicht zu genügen, bewilligte die Bezirksversammlungs-Fraktion der SPD , unterstützt von der FDP, 100.000 Euro für ein neues Beleuchtungskonzept: Buntes LED-Licht soll Wohlfühlatmosphäre schaffen und Aggressionen abbauen. Und inzwischen wird auch über Beschallung des Tunnels mit klassischer Musik nachgedacht, um den Ort für die bislang im Tunnel präsente Trinkerszene unattraktiv werden zu lassen. Das Prinzip funktioniere in New York, in London, in Paris und nicht zuletzt am Hamburger Hauptbahnhof. Ein künftiger Sky-Markt im neuen Harburg Center neben dem Tunneleingang, wo es Alkohol zu kaufen geben wird, könnte das Prinzip allerdings aushebeln.

Künstler Toro, der zum Beginn der Tunnelsanierung im Oktober vergangenen Jahres mit Acryl-Farbe eine "Bunte Treppe" und eine "Love and Peace-Treppe" schuf, plant für das kommende Frühjahr auch die dritte, bislang noch nicht bemalte Treppe zu verschönern. "Ich fühle mich als Harburger, ich liebe Harburg und lebe gern am Wasser", sagt er. Für seine Arbeit an den Treppen hat er keinen Auftrag. Das Bezirksamt hat dazu aber die Genehmigung erteilt.

Die dritte Treppe soll wie ein Notenblatt bemalt werden mit einer Komposition von Wolfgang Amadeus Mozart. "Ich werde mir bei der Arbeit Kopfhörer aufsetzen", sagt Toro, "und werde die Musik hören, deren Noten ich auf die Treppe male." Ein Stück sucht er noch aus. Und zur Vollendung des Werks werden Musiker in den Tunnel kommen und die Melodie spielen.

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